Juli 2022

Die letzten zwei Jahre konnten wir das Nachbarland Benin Coronabedingt nicht besuchen. Ab dem 22.6.22 haben wir nun ein Visum für Benin für drei Monate mit mehreren Eintritten. Da wir die bekanntesten Touristendestinationen Benins (Ganvie, Ouidah und den Pendjariepark) bereits sehr gut kennen, fangen wir als erstes mit der Hauptstadt Cotonou an.

Cotonou besuchte ich das letzte Mal vor über 30 Jahren. Der letzte Besuch von Benin liegt etwas mehr als zwei Jahre zurück. Seither hat sich sehr viel geändert. Schon vor zwei Jahren hatte es nicht so ein Verkehrschaos wie in Togo. Diesmal ist mir als erstes aufgefallen, dass es in Benin kein Abfall auf den Strassen gibt. Dafür ist die Strasse in Togo zwischen Lomé und Hillacondj besser als die Strassen in Benin. Rund um die Hauptstadt sind die Strassenverhältnisse aber sehr gut.

Als erstes besuchten wir den angeblich besten Strand von Cotonou. Wir blieben keine 5 Minuten. Es hat aber nicht nur am leicht regnerischen Wetter gelegen. Wir sind uns besseres gewohnt aus Togo.

Anschliessend gingen wir in das Handwerkszentrum. Auch da machte sich Enttäuschung breit. Benin kämpft mit denselben Problemen wie Togo. Die Touristen fehlen. Die meisten Boungalows die früher als Verkaufsstände dienten waren geschlossen. Zwei hier anwesende Französinnen, die in Cotonou leben, fragten wir, wo man gut essen kann. Sie empfohlen uns zwei Restaurants, das Restaurant Le Troi Mousquetaires und das Livingstone. Der Tipp war Gold wert. Wir testeten beide Restaurants und kamen zum Schluss, le Troi Mousquetaires ist sehr teuer und Livingstone ist sehr gut. Das Le Troi Mousquetaires werden wir kein zweites Mal mehr besuchen.

Im Livingstone assen wir Rindsfilet an Pfefferrahmsauce mit Pommes Frites. Der Preis für 2 Personen 16000CFA. Dies entspricht knapp 26 Fr. Das würde in der Schweiz nicht einmal für 1 Person reichen.

 

Auf dem Heimweg entdeckten wir eine Piste zwischen Cotonou und Ouidah, alles dem Meer entlang. An dieser Piste hat es mehrere Strände, vergleichbar mit Ghana Beach in Togo.  Die Piste wird momentan ausgebaut und endet beim Tor ohne Wiederkehr. 

Juni 2022

Wir sind dauernd auf der Suche nach neuen Ausflugszielen. Manchmal erhalten wir auch Tipps. So geschehen beim Ausflugs Lacuster. Um Ekpoui zu erreichen, gibt es zwei verschiedene Routen. Die schnellere Route ist per Schiff ab Agbotrafo. Wir wählten trotz Regenzeit die Anreise mit dem Auto. Als erstes mussten wir den Ort auf der Togo/Benin Karte finden. Der Ort befindet sich nur ein Dorf weiter als Togoville. So war es ein leichtes la Cité du Lacuster zu erreichen.

An Pfingstsonntag machten wir uns trotz Regen auf nach Ekpoui. Kurz vor Agbotrafo sah ich die Tafel von Lacuster, um mit der Fähre anzureisen. Da wir aber noch etwas zu erledigen hatten auf unserem Grundstück in Djasseme fuhren wir daran vorbei. Der Regen hat in der Zwischenzeit nachgelassen. Kurz vor der Grenze zu Benin zweigt die Straße ab nach Afangnan und Glidji.  Noch vor Glidji verliessen wir die Teerstrasse Richtung Togoville. Die Piste war wegen der Regenzeit in einem schlechten Zustand. Nach knapp einer Stunde erreichten wir Togoville. Zwischen Togoville und Ekpoui verschlechterte sich die Piste noch einmal.

Als erstes sahen wir uns die ganze Anlage an. Es hat ein Schwimmbad und einen Kinderspielplatz. In kleinen Pajlotten die auf Stelzen im Togosee stehen kann man es sich gemütlich machen. Es stehen auch Bungalows zur Verfügung. Im Restaurant wurden wir vom Besitzer persönlich sehr freundlich empfangen.

Ein paar Tage später besuchten wir den Platz ein zweites Mal. Diesmal mit der Fähre. 

Um das Restaurant auch mit gutem Gewissen weiterzuempfehlen, musste auch die Küche getestet werden. Wir bestellten beim ersten Besuch zwei verschiedene Menüs. Zum einen Poulet Schenkel mit Reis Cantoné, als zweites Menü gab es eine Platte für drei Personen mit halben Poulets und Pommes Frites.

Beim zweiten Mal versuchte ich ein Vegetarisches Menü, Tagliatelle an Cremesauce mit Gemüse.

Wir können dieses Restaurant mit gutem Gewissen weiterempfehlen.

Umgerechnet bezahlten wir etwas mehr als 10 Fr. pro Person. Ein sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis.

 

 

Mai 2022

Es gibt in der Umgebung von Kpalime diverse mehr oder weniger bekannte Wasserfälle. Beim Wasserfall von Kuma Tokpli handelt es sich um einen kleineren nicht sehr spektakulären Wasserfall. Eine Reise dorthin lohnt sich aber trotzdem. Hier gilt das Sprichwort „Der Weg ist das Ziel“

Frühmorgens brechen wir mit unserem Chauffeur Tsevi auf Richtung Kpalime. Aber schon nach etwa  30 km war die Strasse gesperrt. Der Anhänger eines Titans (so heissen hier die Sattelschlepper) lag in einem Kreisel auf der Seite und versperrte uns die Weiterfahrt. Kurze Zeit später konnten wir den Kreisel in entgegengesetzter Richtung umfahren. Die Strasse zwischen Lomé und Kpalime wird zurzeit ausgebaut. Es wechseln sich sehr gute Teerstrasse mit mehr oder weniger guter Piste ab. Für unser Fahrzeug ist es aber kein Problem. Gegen 10 Uhr erreichen wir Kpalime. Anschliessend geht es weiter in Richtung Ghana Grenze. Auch hier versperrte uns ein Titan den Weg. Er wollte die Piste überqueren und links abbiegen. Dabei ist er eingesandet und kam nicht mehr vom Fleck.  Auch für dieses Problem gab es eine Lösung. Obwohl es in Agbatoe auch einen Wasserfall gibt, fuhren wir weiter nach Tomégbé. Hier wartete unser Guide Sessi auf uns. Es folgte eine kurvenreiche Strasse Richtung Chateau Vialle. Die Strassenränder waren übersät von runtergefallenen Mangos. Natürlich sammelten wir einige ein. Beim Wasserfall Kamalo auf der Missahöhe hielten wir kurz an, um ein paar Fotos zu schiessen. In Agome Zoto deckten wir uns mit Bananen, Korosol, Ananas und Avocados ein. Ab Kuma Tokpli ging es zu Fuss weiter. Der Weg führt uns vorbei an einer Schnapsbrennerei in einen kleinen Wald mit sehr vielen Lichtungen und wunderbaren Aussichten. Schon nach etwa 20 Minuten erreichten wir die drei kurz hintereinander liegenden Wasserfälle. Einen weiteren kleinen Wasserfall sahen wir bei der Rückreise. Er liegt zwischen dem Wasserfall Tokpli und dem Dorf Kuma Tokpli auf der rechten Seite.

Im Hotel Restaurant Fanny in Kpalime gab es sehr gutes Rindsfilet Stroganoff mit Pommes Frites. Hier werden wir mit Sicherheit wieder einkehren. Vielleicht mit einem von Euch als Gäste.

Auf dem Heimweg sahen wir, dass der umgekippte Trailer zwar wieder auf den Rädern stand, der Kreisel war aber immer noch gesperrt.

Kurz nach 18.00 waren wir müde aber zufrieden wieder zuhause.

 

 

April 2022

Der Klimawandel ist auch hier deutlich spürbar. Normalerweise hätte im März die 2-monatigen kleine Regenzeit beginnen müssen. Die kleine Regenzeit bedeuten etwa 60 bis 100 mm Regen pro Monat. Im Mai und Juni kommt hoffentlich die grosse Regenzeit. Sie entspricht etwa 100 bis 200 mm pro Monat. Gefallen sind in unserer Region im März nur ein paar Tropfen. Die Auswirkung sieht man in unserem Brunnen. Der Pegel ist um etwa 2 m gesunken. Mit dem Brunnenwasser wird fast ausschliesslich unser Gartens gegossen. Im Oktober 2016 liessen wir auch im Brunnen zusätzlich eine 12m tiefe Forage erstellen. Dies bezahlt sich nun aus. Erste Nachbarn müssen sich bereits ausserhalb ihres Grundstückes mit Wasser versorgen.  Was mir nach wie vor ein Rätsel ist, weshalb die Afrikaner oftmals grosse Bäume in ihren Gärten fällen. Dank den vielen Bäumen in unserem Garten ist es bei uns gefühlte 10° kühler als ausserhalb des Grundstücks. Zudem trocknet der Boden weniger aus.

Wegen des fehlenden Regens gibt es auch weniger Ernte, was sich wiederum auf die Preise auf dem Markt auswirkt.

Benzin und Diesel sind diesen Monat um etwa 20% gestiegen. Es würde mich nicht wundern, wenn die Taxitarife und Transportkosten auch angehoben würden. Die Löhne werden aber nicht erhöht. Während es den Togolesen und den Europäern aus der Eurozone finanziell immer schlechter geht, profitieren die Schweizer dank dem schwachen Euro. Der Wechselkurs bewegt sich normalerweise zwischen 570 und 600 CFA pro Franken. Momentan ist er auf 635 CFA (12.04.22).

 

Die Bilder in diesem Bericht stammen zum Teil aus einem Ausflug nach Anfoin.

März 2022

 In der neueren Geschichte Afrikas spielt Russland eine wesentliche Rolle.

Was im Dezember 2010 als Arabischer Frühling in Tunesien begann und in Tunesien, Libyen, Ägypten und Jemen zum Putsch oder dem Rücktritt der Regierung führte, endete in Syrien in einem bis heute andauerndem blutigen Bürgerkrieg. Putin stellte sich an die Seite von Baschar al-Assad und beendete somit den Arabischen Frühling. Seither ist Baschar al-Assad eine Marionette Putins.

In der Zentralafrikanischen Republik unterstützt Putin den vom Volk unbeliebten Präsidenten mit Waffen, im Gegenzug erhält er das Recht für die Ausbeutung der Bodenschätze. Frankreich verliert immer mehr die Kontrolle. Überall wo sie sich zurückziehen, rückt Russland nach.

In Mali gibt es seit 2012 Unruhen. Zuerst wollten Touareg Rebellen den Staat Azawad ausrufen später verbreitete sich die Boko Haram. Die Franzosen wollten das Problem in Mali militärisch lösen, doch der Konflikt weitete sich Richtung Burkina Faso und Niger aus. Nach dem Rückzug der Franzosen haben russische Söldner (Wagner Truppe) heute das Sagen. Auch im Sudan, Libyen, Mali Mosambik, Madagaskar, Guinea, Guinea Bissao, Angola, Ägypten, Kongo, Eritrea und Simbabwe sind Söldner der Wagner Truppe stationiert.

Eine weitere Art der Einflussnahme war der Afrikagipfel in Sotschi 2019. Dabei geht es um Einfluss, Erdöl, Gas, seltene Erde, Edelsteine. Im Gegenzug liefert Russland Waffen, Geld landwirtschaftliche Maschinen, Getreide, Flugzeuge, Lastwagen, chemische und Pharmazeutische Produkte.

Russland versprach das Handelsvolumen von 20 Milliarden US-Dollars (2018) in den nächsten Jahren um das Dreifache zu erhöhen. Damit wäre Russland nach  China der zweitgrösste Handelspartner Afrikas. Das Handelsvolumen Chinas betrug 204 Milliarden Dollar (2018)

Seit der Krim-Annexion leidet Russland unter Sanktionen der westlichen Welt. Deshalb sucht Putin neue Verbündete, die sich nicht um die Krim kümmern.

Berichte über die Wagner Truppen (genannt nach dem Musiker Richard Wagner) sind nicht einfach. 2018 wurden drei russische Journalisten in der Zentralafrikanischen ermordet, weil sie über den angeblichen Einsatz von Söldnern aus ihrer Heimat recherchierten.

Fakt ist, dass Putin in den Augen der Politiker keinen schlechten Ruf hat. Wenn ich mich nur auf afrikanische Nachrichten verlassen würde, wüsste ich fast nichts über den Krieg in der Ukraine. 

 

Viele Afrikanische Politiker machten ihre Ausbildung in Russland.

Februar 2022

Im November 2021 stand die nächste Ernte der Kokosnüsse bevor. Wir beschlossen diesmal selbst dabei zu sein. Die Kokosnusshändlerin sowie ihre Helfer kamen nach Djasseme. Bei 30 Kokospalmen dauert die Ernte fast einen Tag. Natürlich bemerkte auch Tsevie ein Sohn von Diade Peter, dass jemand Kokosnüsse erntet. Er bat Venavito zu sich. Auf die Frage wer Kokosnüsse pflückt, sagte ihm Venavito, es sind die richtigen Besitzer. Auch die Käuferin der Nüsse wurde von Tsevie gefragt, wieso sie uns und nicht ihm die Ernte abkauft? Sie jedoch erwiderte ihm, ich kaufe keine gestohlenen Nüsse.

Ein Grossteil des Erlöses gaben wir Venavito, damit er seine 9 Kinder ernähren kann, denn seit diesem Jahr ist auf dem ganzen See wegen Überfischung Fischfangverbot. Venavito hat nun als Fischer kein Einkommen mehr. Deshalb wollte er zurück nach Benin. Wir ermutigten ihn, auf dem Grundstück Mais anzubauen. Sollte Tsevie Venavito weiter schikanieren, muss er mit einer Gefängnisstrafe rechnen. Er wurde diesbezüglich vorgewarnt.

Bei einem späteren Besuch in Djasseme erzählte uns Venavino die Frau von Venavito, der wahre Grund weshalb sie das Grundstück verlassen wollten, sei der Nachbar. Wir erfuhren auch, dass Kokou uns das Grundstück nur verkauft habe, weil er von Djade dauernd bedroht wurde. Es war vermutlich auch Djade, der mir 2001 das Grundstück verkaufen wollte.

Eine Woche später wollte ich einen Ausflug auf dem See machen. Mein Ziel war Togoville. Wir entdeckten, dass sehr viele Palmwedel am Boden lagen. Venavino erzählte uns, dass der Nachbar gekommen sei, um die Palmblätter zu ernten. Wir wollten ihn zur Rede stellen. Er brauste aber auf und drohte uns, dass er uns niemals in Ruhe lassen werde. Nun erklärten wir ihm, du kannst mit Venavito oder Kokou spielen, aber nicht mit uns.

Wir erstatteten Anzeige. Diese Vorladung mussten wir dem König von Djasseme bringen. Tsevie wurde vorgeladen. Nichts passierte. Nun gab es eine zweite Vorladung. Wenn er diese wieder nicht befolgt, kommt er unweigerlich ins Gefängnis. Nun bekam er Angst und bat Venavito, er solle doch ein gutes Wort für ihn einlegen. Er wolle sich in aller Form bei uns entschuldigen. Er machte aber die Rechnung ohne uns.

Wir zogen die Anzeige nicht zurück. Zu unserem Erstaunen erschien er auf dem Polizeiposten in Agbotrafo. Nach der Verhandlung musste er auf dem Posten bleiben. Die Polizisten erklärten ihm, dass er nach Aneho in Gefängnis überführt würde. Was der Angeklagte nicht wusste, dass wir den Polizisten baten, sie sollen ihn spätabends nach Hause lassen. Seither haben wir auch von ihm ruhe.

Wir sind fast zu 100% Überzeugt, dass es keinen 4. Teil über Djasseme geben muss. Das Titre Foncier ist zwar noch nicht fertig aber auf gutem Weg.

Januar 2022

Als wir 2014 nach Togo umzogen, fingen wir gleich mit dem Titre Foncier, einem wichtigen Papier für Grundstückbesitzer an.  Leider erkrankte Alexander Fathos unser Geometer sehr schwer. Er versprach uns aber, dass wir uns wegen den Papieren keine Sorgen machen müssten. Seine Frau Vigini werde sich im Falle seines Ablebens um uns kümmern. Alexander verstarb. Wir erhielten von Vigini wie versprochen die nicht fertig gestellten Dokumente zurück. Andere, die es nicht so gut gemeint hatten mit Alexander warten immer noch auf die Papiere. Ab nun konzentrierten wir uns wieder voll auf den Umbau des Hauses. Das Grundstück in Djasseme kümmerte uns nicht, denn ein Teil der Papiere hatten wir und man versicherte uns, dass es für den Moment genug sei.

Anfang 2021 meldete uns Venavito, dass die Kokosdiebe wieder im Anmarsch seien. Diesmal regelte es Manjo. Sie ging mit den Dokumenten nach Aneho und erstattete Anzeige. Weil auf dem Kaufvertrag vom Grundstück in Djasseme die grosse Schwester Euphemi als Zeuge eingetragen ist, hätte auch sie mitkommen müssen. Euphemi weigerte sich aber, im Gegenteil Sie fuhr uns sogar in den Rücken. Sie verabredete sich mit einem Richter und erzählte ihm, wir hätten die Papiere gefälscht. Zudem behauptete sie, nie ein solches Papier als Zeugin unterzeichnet zu haben. Darauf wurde Manjo vom Richter vorgeladen. Das Geld für die Anzeige erhielt Daviga (so wird Euphemi von allen genannt) von ihren Kindern in der Schweiz. Auf dem Gericht eskalierte das Ganze. Obwohl der Richter mit Daviga sehr gut befreundet war, deckte er den Schwindel auf und entlarvte sie als grosse Lügnerin. Wir erhielten vom Richter sogar ein Dokument, mit dem wir die Papiere auch ohne die Zeugin Daviga fertigstellen können. Seither haben wir den Kontakt zu Daviga und all ihren Kindern abgebrochen. Der Richter ermunterte uns die angefangenen Papiere nun fertigzustellen.

Um die zwei Grundstücke zu einem Grundstück zu vereinen, haben wir einen neuen Geometer beauftragt alles zu Vermessen. Der Nachbar Diade Peter aber machte Probleme, deshalb begleiteten uns zwei Polizisten. Nun kam Djade Peter mit einem Dokument, das belegen soll, dass er der Besitzer des Grundstücks sei. Der Polizist sagte ihm, das ist das Papier, welches wir dir 2008 ausstellten. Wenn du lesen könntest, würdest du sehen, das darauf steht, "du darfst dieses Grundstück nie mehr betreten". Seither haben wir von Djade Peter Ruhe. Einer seiner Söhne will dies aber nicht akzeptieren.

 

Es war wahrscheinlich auch Diade Peter, der uns das Grundstück 2001 verkaufen wollte. Mit dem Erlös wollte er damals eine Kirche bauen.

Diese Geschichte geht im im Februar 2022 im Teil 3 weiter.

 

Die Fotos sind vom Markt in Hédzranawoé und von Martktständen etwas südlich von Kpalime. An Märkten erfreue ich mich immer an der Farbenpracht.

Dezember 2021

Der Landkauf in Djasseme ist eine sehr umfangreiche Geschichte.  Deshalb werde ich den Bericht in 3 Episoden unterteilen.

 

Vor 20 Jahren durchquerte ich zum 7 und zugleich letzten Mal die Sahara. Mein Nachbar Hugo Kloser begleitete mich dabei. In Togo angekommen suchte ich den Kontakt zum Besitzer des Grundstücks westlich von uns. Es war die Absicht von Manjo und mir, dieses Grundstück zu erwerben. Der Besitzer bot mir damals das 750m² grosse Grundstück für umgerechnet etwa 15000 fr. an. Bei einem Ausflug nach Aneho mit Hugo fand ich ein Grundstück in Djasseme, direkt am See. Der vermeintliche Besitzer wollte für die 2100m² umgerechnet etwa 18000 Fr. Also nur wenig mehr für fast die dreifache Fläche direkt am Togosee. Ich unterschrieb den Kaufvertrag und leistete gleichzeitig eine Anzahlung. Schon bei der 2. Anzahlung beauftragte ich Alexander Fathos unseren Geometer den Kauf zu legalisieren. Er stellte aber fest, dass der Verkäufer des Grundstücks nicht der Besitzer war. Der richtige Besitzer wurde ermittelt und der Falsche kam wegen Betrugs ins Gefängnis. Wir kamen nochmals mit einem blauen Auge davon.

2003 kamen zu dem Grundstück nochmals 3000m² dazu.

Als 2005 der Präsident Togos verstarb, überwiesen wir eine grosse Summe nach Togo. Wir wollten damit die Grundstücke in Djasseme sowie Adamavo auf den Namen von Frau Walter von Wartburg absichern, was so viel heisst wie „die Frau von Walter von Wartburg“, denn wir wussten ja nicht, wie das ganze nach dem Tod von Gnassingbe Eyadema weiter geht.

Weil das Grundstück noch nicht umzäunt ist, suchten wir jemand der für Ordnung sorgt. Es ist eine Familie mit Zwillingen aus Benin. Zwillinge auf Ewe heisst Venavi. Deshalb sagen wir dem Mann Venavito (Vater der Zwillinge). Mittlerweile kennen ihn alle nur noch mit diesem Namen.

2008 erhielten wir ein Anruf von Venavito. Djade Peter ein Nachbar komme regelmässig um Kokosnüsse im grossen Stil zu ernten. Zudem schikaniert er Venavito. Er behauptet, er sei der Besitzer des Grundstücks. Diade wurde vorgeladen. Er wurde verwarnt. Zudem gab man ihm ein Dokument mit unserem Grundstück darauf mit dem Vermerk, dass er dieses Grundstück nie mehr betreten darf. Doch ruhe kehrte nicht ein.

Fortsetzung im 2. Teil im Januar 2022.

 

Die Fotos sind aus Djasseme, einem Schulbesuch in Agbata, dem Besuch von Vittorio im Kapuzinerkloster von Adidogome, sowie einem Ausflug nach Togoville. Dieses Städtchen besuchte ich schon 1979. Zu meinem Erstaunen hat sich die Kirche innerlich überhaupt nicht verändert. Es sind immer noch dieselben Wandgemälde.

 

November 2021

Wir wurden von Jeanne zur Abschlussfeier der Coiffeure eingeladen. Schon im Vorfeld kaufte Manjo bei Jeanne Stoff ein, um daraus unsere Kleider herzustellen. Alle Familienangehörige und ganz enge Freunde tragen ein Kleid mit demselben Muster. Weil es aber von diesem Stoff zu wenig gab, entschied sich Jeanne für zwei verschiedene Dessins, doch die Farben waren identisch. Jeder Teilnehmer liess sich das Kleid selber schneidern.  Trotz der gleichen Stoffe gab es eine grosse Vielfalt an verschiedenen Kleidern. Ich war, wie so oft der einzige Weisse an diesem Anlass, was natürlich Fragen aufwarf. Jeanne erklärte den Leuten, ich sei so etwas wie ihr Papa.

Insgesamt waren über 500 Leute anwesend. Das Fest erstreckte sich über zwei Tage. Während der erste Tag dazu diente, den Lernenden nochmals ins Gewissen zu reden, konzentriert sich der zweite Tag vor allem auf das austauschen der Geschenke zwischen der Lehrmeisterin und den Lernenden, sowie der  Übergabe des Diploms. Am ersten Tag waren auch wesentlich weniger Leute anwesend.

In diesem Bericht verzichte ich auf das beschriften der Fotos.

 

Die Fotos sind Chronologisch eingefügt.

Oktober 2021

In Togo gibt es immer wieder Stromausfälle. In der Regel sind die Unterbrüche nur von kurzer Dauer. Natürlich könnte man das mit einem Generator regeln. Dies ist für mich aber keine Option. Deshalb liessen wir schon vor über einem Jahr eine Offerte für eine Solaranlage erstellen. Damals lag die Offerte für eine 3 KVA Anlage bei 4.2 Millionen CFA. Ein Generator wäre für einen Viertel davon zu haben.

Immer bei längeren Stromausfällen diskutierten wir von neuem, was wir machen sollen. Unsere Sorgen galt in erster Linie den Tiefkühlschränken. Normalerweise halten diese Geräte das Gefriergut während 24 Std kalt. Wir wohnen aber in den Tropen und diese Geräte wurden nicht für dieses Klima gemacht.

Anfang Oktober besuchten wir die Firma Egent-Togo, die uns die Offerte gemacht hat. Wir wollten mindestens 2 Objekte mit Solarzellen besichtigen.

Das erste war in Dagble und kommt ohne Netzstrom aus. Das zweite in Kove ist gekoppelt mit der CEET der togolesischen Stromversorgung.

Nun liessen wir eine weitere Offerte erstellen, diesmal aber für eine Anlage mit 5 KVA. Nach langen Diskussionen bestellten wir eine Solaranlage für rund 5,5 Millionen CFA Umgerechnet etwa 9200 sFr. Im Vorfeld zur Installation änderte ich schon das ganze Stromverteilung für das Haus. ab. Das Appartement wird neu fast zu 100% mit Solarenergie betrieben. Einzig wenn die Batterien eine gewisse Spannung unterschreiten, schaltet das System automatisch auf Netzstrom oder splitting um. Mit der alten Zuleitung vom Wohnhaus sind nur noch die Klimaanlagen im Wohnhaus verbunden. Zudem wird diese Zuleitung auch mit dem geplanten 2. Stock verbunden, aber auch nur für die Klimageräte.

Eine zweite Zuleitung erstellte ich schon früher, als wir die Voliere bauten. Sie führte bis anhin nur auf das Dach des Wohnhauses. Diese haben wir nun verlängert und mit dem Wohnhaus verbunden. Die ganze Anlage ist so konzipiert, dass wir sie jederzeit erweitern können.  Ob sich diese Investition auf die Dauer rechnet, wissen wir noch nicht. Rein rechnerisch wäre diese Anlage in etwa 15 bis 20 Jahren amortisiert. Gerechnet habe ich mit  50% weniger  Stromverbrauch vom lokalen Anbieter. Mit eingerechnet ist auch das wechseln der Akkus alle 7 Jahre. Es muss aber nicht immer alles rentieren.

 

Was wir aber heute schon wissen, wir müssen uns wegen Stromausfällen keine Sorgen mehr machen und ohne Sorgen schläft man besser.

 

Anhang:

Im März 2022 legte ich eine zusätzliche Zuleitung für die Klimaanlage im Appartement.

Im April 2022 wurde auch die Waschmaschiene und der Geschirrspühler direkt mit der Ceet verbunden. Die Leitung geht weiter um auch eine geplante Klimaanlage in der Stube zu betreiben.

Diese Änderungen machten wir, weil wir zwischen 4 Uhr und Mitternacht mittels einer Schaltuhr den togolesischen Netzbetreiber (CEET) komplet ausschalten. Ausnahmen sind Klimageräte, Waschmaschiene und Geschirrspühler.

September 2021

 

Vor vielen Jahren sahen wir im Fluss Mono Flusspferde. Schon des öfteren besuchten wir diesen Platz, jedoch ohne Erfolg. Loic bietet Kanutouren zwischen dem Nangbeto Stausee und Aneho an. Er hat dabei noch nie Flusspferde gesehen. Bei unserem Ausflug nach Sedome erfuhren wir, dass es in Afito ein Mare des Hippopotames also ein Fusspferdpfuhl gibt. Beste Reisezeit sollte die Regenreiche Zeit sein. Im August machten wir uns mit Katja auf den Weg. Wir fuhren von Adamavo auf einer guten Teerstrasse via Tsevie, Ahepe nach Tabligbo. Ab da ging es auf einer Piste weiter Richtung Sedomé, Esse Ana nach Afito.

 

Nun suchten wir jemand, der uns zu den Flusspferden führt. Man beteuerte uns, dass es nebst Flusspferden auch Schlangen und Krokodile gibt. Um sie zu sehen muss man jedoch spätestens um 6 Uhr früh, oder am späten Nachmittag auf dem See sein. Trotzdem machten wir uns auf den Weg. Wir mieteten zwei Pirogen und überquerten den See. Nun ging es zu Fuss weiter. Mit Ausnahme von Fussabdrücken und Flusspferd Dung fanden wir nichts.

 

Drei Wochen später machten wir uns wieder auf den Weg. Wir rechneten mit einer Anfahrtsdauer von 2 Stunden. Also fuhren wir um 4 Uhr los. Weil die Piste wegen der Regenzeit nun viel schlechter war kamen wir mit etwas Verspätung an. Die Leute erzählten uns, dass sie die Flusspferde gesehen haben, wie sie mit den Jungtieren im See spielten. Um es kurz zu machen, auch diesmal sahen wir keine Flusspferde.

 

Das mit den Jungtieren gab mir zu denken. Tiere haben Junge, wenn das Futterangebot gross ist. Dies ist in der Regenzeit gewährleistet.  Flusspferde kommen zur Nahrungsaufnahme aus dem Wasser.  Dabei kann man sie am besten Beobachten. Weil es aber in der Regenzeit Nahrung im Überfluss gibt sind sie auch eher satt und ziehen sich zurück und halten sich den rest des Tages im dichten Schilf auf. Folge dessen ist dieser  Tipp mit der Regenzeit vermutlich falsch. Wir werden es in etwa einem Monat wieder versuchen. Weil es im Dorf keinerlei Infrastrukturen gibt, stiess mein Vorschlag   zu Übernachten in Afito bei Manjo auf taube Ohren.

 

 

 

 

 

 

 

August 2021

Nach meiner 1. Sahara Durchquerung musste ich insgesamt 40 Tage in Niamey auf einen neuen Motor für meinen VW Bus warten. Oft dachte ich dabei an Aufgabe. Temperaturen von über 40° waren an der Tagesordnung. Auf dem Markt gab es zwar das nötigste zum kaufen, doch der Markt war zu Fuss 45 Minuten von der Garage entfernt. Mit dem Dixionair ging ich zum Markt. Dies wurde mir aber auf die Dauer zu blöde. So zwang ich mich französisch zu lernen.

Andere Globetrotter erzählten mir von einem Land Namens Togo, wo man auf dem Markt alles findet was das Herz begehrt. Auch die Leute seien extrem freundlich. Dies nahm ich so zur Kenntnis.

Meine Reise führte mich aber zuerst weiter nach Benin und Nigeria. Bei meinem 2. Besuch in Benin wurde ich nicht eben freundlich empfangen. So reiste ich Anfang August 1978 das 1. Mal in Togo ein. Durch die schlechten Erfahrungen in Benin wollte ich aber nicht gleich am ersten Abend bis in die Hauptstadt Lomé fahren. An einem Ort rund 25 km vor Lomé stellte ich mein Auto direkt am Strand ab. Es war Stockdunkel. Was ich nicht wusste, ich stand mitten in einem Fischerdorf. Es war Agbotrafo. Anderntags kamen sehr viele Leute und bestaunten den Fremden. Ich wurde überaus freundlich empfangen. Auf die Frage, wie lange ich bleiben möchte antwortete ich, nur ein paar Tage. Im Sinn hatte ich jedoch schon anderntags weiter zu Reisen. Überall wo ich hinging, waren immer insbesondere Kinder dabei. Langsam fühlte ich mich in diesen Dorf sehr geborgen. Bei einem Langzeiturlaub tritt immer wieder eine gewisse Sättigung ein. Um das erlebte zu verarbeiten kehrt man heim oder an einen Ort, wo man sich zuhause fühlt. Bei mir war das ab jetzt der Togo.

Den Ort wo ich damals das Auto abstellte gibt es nicht mehr. Er wurde vom Ozean verschluckt. Was es aber immer noch gibt, ist das Sklavenmuseum. Nur damals sprach man nicht darüber. Man schämte sich. Es wären aber andere, die sich schämen sollten.

Was für viele Afrikaner das Ende vom Aufenthalt in Togo war, war für mich nur etwa 500m südlich ein Beginn.

 

Die Bilder in diesem Bericht sind alle ab Dia gescannt.

Juli 2021


 

In Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskommission, der Afrikanischen Entwicklungsbank und der Afrikanischen Union will man in ganz Afrika ein Flächendeckendes und zusammenhängendes Strassennetz aufbauen. Das Ziel wäre eine bessere wirtschaftliche Versorgung und Eindämmung der Armut in Afrika. Der Name Highway leitet zur Annahme, dass es Autobahnen geben soll. Dies ist nicht richtig. Als Highway werden in Afrika befestigte Strassen bezeichnet mit mindestens 2 Fahrspuren. Mit Ausnahme von Eritrea, Somalia, Äquatorial Guinea, Malawi, Leotho und Eswatini (Swasiland) sind alle Staaten daran beteiligt. Letztere drei verfügen bereits über ein gut Asphaltiertes Strassennetz. Bei den Restlichen führen die Highways nahe an der Grenze vorbei. Das ganze Netz soll 56683 km lang werden. Etwas mehr als die Hälfte der Strassen sind bereits vorhanden.

Von den Grossregionen Nordafrika, Westafrika, Zentralafrika, Ostafrika und Südliches Afrika sind nur die letzten zwei mit ganzjährig befahrbaren Strassen ausgestattet. Die TAH 1, die Kairo mit Dakar verbindet, ist bis auf 4 km im Niemandsland zwischen Westsahara und Mauretanien geteert. Fehlende Teilstücke durch Zentralafrika gefährden das Gesamtprojekt. Im Kongo stellt das Klima und der Regenwald das Projekt in Frage. Teerstrassen werden da oft nicht sehr alt.

Auch Kriege und Konflikte führen zu Rückschritten. Sierra Leone, Liberia, demokratische Republik Kongo und Angola müssen das im Krieg zerstörte Strassennetz wieder aufbauen. In den letzten Jahren gab es auch Sicherheitsprobleme auf den Strecken TAH 2, 3 und 4 (Siehe Karte). Betroffen davon sind die Länder Algerien, Libyen, Ägypten und das nördliche Tschad.

Für Touristen ändert sich aber nicht sehr viel. Man kann zwar die Sahara auf der Mauretanien Route bis Senegal auf einer Teerstrasse durchqueren, ist aber dann bei der weiterreise nach Mali (TAH 5) wegen den Unruhen sehr eingeschränkt. Niger stellt bis auf weiteres gar keine Einreisevisas mehr aus. Auf der TAH 7 ist an der Grenze von Benin zu Nigeria in Idiroko Schluss. Nigeria kann man nicht mehr bereisen, somit ist eine Weiterreise nach Ost oder Südafrika auf dem Landweg nicht mehr möglich.

Auf die ganzen Umweltaspekte hat man keine Rücksicht genommen. Die Verlierer sind die Flora und Fauna. Auch die Wilderei und der damit verbundene Handel mit Buschmeet wird dank besserer Infrastruktur gefördert. Das am meisten gewilderte Tier ist das Pangolin (Schuppentier).

 

Togo ist betroffen vom der TAH 7 Dakar - Lagos. Seit längerer Zeit wird die Internationale Strasse Nr. 2 von der Grenze Ghanas bis zur Grenze Benins auf eine 4 spurige Strasse ausgebaut. Nicht zu dem Projekt gehört die geplante Süd - Nord Verbindung durch ganz Togo bis zur Grenze von Burkina Faso. Sie soll einst die TAH 7 mit der TAH 5 verbinden. Auch die Strassennamen TAH wird von den meisten Staaten nicht übernommen.

Beim schreiben dieses Togoreportes kamen des öfteren Gedanken auf, wie schön es wäre, wieder zu Reisen. Es sind insbesondere zwei Routen welche solche Gedanken befeuern. Zum einen eine komplette Umrundung des Kontinentes, zum andern von Togo nach Südafrika, dann weiter bis Kenya und zurück durch den Kongo nach hause. Leider bleibt es aber ein Traum.

Juni 2021

Ende Mai machten wir einen Ausflug nach Sedome bei Arilogbo. Wir erfuhren, dass dort ein Vater für seine 13 Jährige Tochter einen guten Platz suchte. Im Dorf hätte sie keine Zukunft. Die Mutter des Kindes lebt getrennt vom Vater in Benin und die grosse Schwester ist bei einer Familie in Agoue. Unterwegs machten wir mehrere Fotostopps. Bei einem der Stopps wurde uns ein Vervet tantal (grüne Meerkatze) angeboten. Wir lehnten ab, denn oft sind es Jungtiere, deren Mütter als Buschmeet endeten. Wenn man dann solche Jungtiere aus erbarmen kauft, kurbelt man gleichzeitig die Nachfrage an. Auch in Sedome trafen wir auf einen Vervet tantal. Er gehörte dem Vater von Sandra. Es war aber Sandra die sich liebevoll um Finn kümmerte. Während Manjo mit den Angehörigen von Sandra sprach fing ich an zu spielen mit Finn. Wir verstanden uns auf Anhieb. Gleich und Gleich gesellt sich gern. So kam es dann, dass uns die Stiefmutter von Sandra drei Tage später Finn brachte, dies in der Hoffnung, dass es ihm bei uns besser geht als im Dorf. Nach Aussage von Sandra hat der Vater das Affenbaby im Wald gefunden und mit Schoppen aufgezogen. Vermutlich entete die Affenmutter als Buschmeet. Obwohl Vervets auf der Roten Liste der bedrohten Tiere sind, werden sie oft gejagt. 

Mai 2021

1989 kauften Manjo und ich in Adamavo 750m² Land. Hier wollten wir unseren Alterswohnsitz errichten. Seither sind 32 Jahre vergangen. Seit August 2014 wohnten wir in unserem Alterwohnsitz. Das Projekt “Alterswohnsitz ist nun abgeschlossen. Deshalb leben wir nun seit Mai 2021 im eigenen “Altersheim”. Noch nie ist mir ein Umzug so leicht gefallen. Wir mussten keine Schachteln packen und auch kein Transportunternehmer anstellen. Der Umzug war rein Virtuell. Nur die Bezeichnung änderte sich. Wenn wir einst das Altersheim aufstocken, werden die Handwerker unseren Garten, wenn überhaupt, nur noch durchqueren. Möglichst alle Arbeiten werden dann von Norden her ausgeführt. Ob wir den Container auch nach Norden versetzen werden, wissen wir noch nicht.

 

Um den Lebensabend so einfach wie möglich zu gestalten, beschäftigen wir nun einen Gärtner. Einen Chauffeur haben wir auf Abruf. Neu wohnt nun auch ein 13 Jähriges Mädchen bei uns. Bis anhin wohnte Sandra zusammen mit ihrem Vater und der Stiefmutter in einem kleinen Dorf an der Grenze zu Benin. Dazu mehr im nächsten Monat.

April 2021

Noch vor 40 Jahren hat man Carro Casser nur in Togo gesehen. Nun findet man sie auch in Ghana und Benin. Damals wurden nur vereinzelte defekte Plättli mit relativ grossem Abstand verlegt. Obwohl es eigentlich ein Abfallprodukt ist, sind sie nicht Gratis. 1 m² normale Plättli bekommt man ab 4000 CFA, ein Zementsack voll mit defekten Plättli erhält man für 3500 CFA. Unsere Gartenwege sind alle mit Carro Casser gefliest. Insbesondere bei Regenwetter muss man extrem aufpassen, dass man nicht ausrutscht. Das verlegen dieser Carros ist sehr aufwendig.

Mittlerweile werden auch Wände mit schönen Bildern dekoriert. An der Flughafenmauer in Dekon hat es sehr viele von diesen Kunstwerken. Die Bilder in diesem Bericht sind aber fast alle beim Colombe de la Paix aufgenommen. Sie wurden von renomierten Künstlern geschaffen. Einer davon war Kofi Senaya, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Jimi Hope. Er war Kunstmaler, Bildhauer und Rockmusiker. Im August 2019 verstarb er mit 63 Jahren. Ein Bild zeigt sein damaliges Haus in Avepozo.

 

 

März 2021

Normalerweise wollten wir unsere Pajlotte erst später bauen. Das übrige Kies von der letzten Baustelle haben wir schon zwei Mal umplatziert. Es störte aber auch am neuen Ort. Deshalb beschlossen wir, mit dem Bau der Pajlotte zu beginnen. Als erstes suchten wir einen neuen Maurer, denn mit der Arbeit des letzten Maurers waren wir alles andere als zufrieden. Auch den Maler werden wir ersetzen. Nach jeder abgeschlossenen Bauarbeit haben wir auch das Reglement der Bauarbeiter verschärft. Neu im Reglement ist “1 cm Differenz ergibt 10% reduktion” auf den ausgehandelten Preis. Dies als Reaktion auf die mehr als schlechten arbeiten der Maurer.

Wieso braucht es überhaupt ein Reglement. Als wir 2014 mit dem Umbau unseres Hauses begannen, haben die Maurer oft erst zwischen 9 und 10 Uhr angefangen, sie hatten auch oft Streit untereinander. Aus diesen Gründen beschlossen wir ein Reglement zu erstellen. Darin wird verlangt, dass man vor 8 Uhr die Arbeit beginnen soll. Auch der Respekt unter den verschiedenen Arbeitern ist ein Thema. Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Abfall. Die jeweiligen Patrons sind verantwortlich, dass niemand Abfall auf den Boden wirft. Dies wird sogar mit einer Busse von 5000 CFA belegt. Die Busse muss aber maximal 2 Mal bezahlt werden. Beim 3. Mal verlässt der Verursacher das Grundstück. Bis jetzt mussten wir diese Strafe erst einmal verhängen. Dies beim Lehrling der Maurer. Anstelle der Busse musste der Maurerlehrling zusätzliche Spitzarbeiten für den Elektriker ausführen. Der Elektriker bin ich. Ein weiterer Punkt ist die Bezahlung. Wenn die Patrons eine Anzahlung wollen, müssen sie das 2 Tage vorher melden. Es soll nicht der Eindruck entstehen, dass wir viel Geld zuhause haben. Insgesammt gibt es 12 Paragaphen.

 

 

Februar 2021

Seit längerer Zeit diskutiert man in der Schweiz über ein Produkt aus Indonesien, dem Palmöl. Ursprünglich war diese Palme nur in Westafrika beheimatet. Erstmals wurde 1443 von Seefahrern in Europa davon erzählt. Das Palmöl wird seit jeher in der afrikanischen Küche eingesetzt. Vermutlich gelangten die ersten Ölpalmen mit den Sklavenschiffen ins tropische Amerika. Weitere Palmen wurden in den verschiedensten botanischen Gärten als Zierpflanzen gehalten. 1848 exportierte der botanische Garten von Amsterdam zwei Ölpalmen nach Bogor Indonesien. Auch da wurden diese Palmen nur als Zierpflanzen gehalten.

Seit 1908 wird das Palmöl in Westafrika industriell angebaut. Da die Ölpalme sehr viel Wasser braucht, wurde in Kamerun und Nigeria ein grosser Teil des Regenwaldes gerodet. Seit 1911 wird auch in Indonesien der Regenwald ein Opfer der Ölpalme. Die roten Waldmenschen werden vertrieben. Bei uns sind die roten Waldmenschen besser bekannt unter dem Namen Orang Utang.

Eine Tonne produziertes Palmöl auf einer entwaldeten ehemaligen Torfwaldfläche erzeugen zwischen 10 und 30 Tonnen CO2.

1997 und 1998 wurde eine Nulltoleranz für Brandrodung beschlossen. Indonesien hält sich aber nicht an diese Regeln.

 

Es gibt in Indonesien noch ein weiteres Problem mit Palmöl. Indonesien behandelt seine Palmölplantagen mit Paraquat, einem in der Schweiz hergestellten Pestizid. In der Schweiz ist das Pflanzenschutzmittel seit 1989 verboten. Die EU folgte 2007 mit einem Verbot. Dies hindert die Syngenta, früher Maag nicht, dieses Gift in 100 veschiedene Länder zu exportieren.

Januar 2021

Mitte Januar machten wir mit unserem neu importierten Landcruiser die erste grössere Ausfahrt. Unser Ziel war Aneho, aber nicht auf direktem Weg. Es gibt 2 verschiedene Routen. Ab Haho gibt es eine relativ gute Piste nach Hahotoe. Anschiessend geht es wieder südwärts auf einer Teerstrasse bis Aneho. Weil Manjo aber unbedingt den Markt von Tsevie besuchen wollte, entschieden wir uns für den längeren Weg über Tsevie nach Hahotoe. Wir wollten etwa gegen Mittag im Hotel la Cote du Soleil Mittagsrast machen. Weil wir auch unser Dienstmädchen mitnahmen, mussten wir aber spätestens 16 Uhr wieder zu Hause sein, um den Garten zu giessen und die Hunde zu füttern.

Bis Klologo ging auch alles sehr gut. Wegen einem komischen Geräusch am Auto hielten wir an. Hinten links hatten wir einen platten. Wir fingen an das Rad abzuschrauben. Ein Motorradfahrer bot uns gegen einen kleinen Obulus an, uns zu helfen. Wir nahmen die Hilfe dankend an. Wie man den Reserveradschutz abnimmt, habe ich schon kurz nach ankunft des Autos angeschaut. Was ich aber übersehen hatte, der Schutz war abgeschlossen und wir hatten keinen Schlüssel. Mit etwas Gewalt konnte ich den Schutz trotzdem öffnen. Nach dem erfolgreichen wechseln fuhren wir wieder weiter. Etwa 5 km später liessen wir den defekten Reifen bei einem Fulkaniseur reparieren. Eine Stunde später als geplant erreichten wir Aneho. Nach dem Mittagessen machten wir uns gleich wieder auf den Weg. Kurz vor 16 Uhr waren wir wieder zuhause. Der Zeitplan konnten wir, dank einem kürzeren Aufenthalt in Aneho trotzdem einhalten.

 

Den Reserveradschutz reparierte ich in der darauffolgenden Woche wieder.

Bilder zum Ausflug in die Feuchtgebiete am Togosee

Dezember 2020

Wir wollten letzten Sommer Urlaub in der Schweiz machen. Um auch mobil zu sein hielten wir in Autoscout.ch ausschau nach einem geeigneten Fahrzeug. Viele Anfragen blieben unbeantwortet. Das liegt daran, weil wir in Afrika wohnen. Einzig ausländische Autohändler antworteten. Nach langem hin und her kauften wir einen Toyota Landcruiser. In Absprache mit Katja, die noch in Australien weilte, lösten wir das Auto auf ihren Namen ein. Geplant war, dass wir das Fahrzeug nach den Ferien mit nach Togo nehmen. Doch es kam alles anderst. Wegen Corona in Europa blieben wir zuhause. Nun fing ich an, nach Internationalen Speditionen ausschau zu halten. Auch da blieben die Antworten aus. Zum Glück gibt es auch Ausländer in der Schweiz. Ein Libanese lieferte uns das Auto problemlos. Der angekündigte Termin verschob sich mindestens 3 Mal. Am 3. Dezember kam das Roro (roll on-roll of) Schiff Black Star mit unserem Auto an Bord in Lomé an. Nach dem ausladen kam die schwierigste Mission. Unser Transiteur stellte aber das Auto in einem Park auch mit Neuwagen ab. Dort ist die Überwachung der Fahrzeuge besser. Zur Sicherheit klebte er noch alle sehr begehrten Teile ab. Der Zoll richtet sich nicht nur nach der grösse des Fahrzeuges sondern auch nach der Beliebtheit. Ein Nissan Patrol in der selben Klasse kostet etwa die Hälfte. Nach dem Zoll wird per Interpol geschaut, ob man das Fahrzeug per Zufall am Straßenrand gefunden hat. Anschließend folgt die Motorfahrzeugkontrolle. Nach Abschluss der Versicherung konnten wir das Auto Einlösen. Am 24.12.2020 war alles „bereits“ erledigt. Noch am selben Tag verkauften wir eher schlecht als recht unseren Nissan. Dies ist unser Weihnachtsgeschenk.

November 2020

Einerseits sind wir froh, dass wir die Bauarbeiten abschliessen konnten. Andererseits war es aber auch eine Abwechslung zum Corona-Alltag. Den Umbau des Hühnerhauses, sowie den Gartenweg zum Hühnerhaus machte ich selber, in zusaammnarbeit mit dem Fliesenleger. Anstatt das Hühnerhaus abzureissen und wieder neu aufzubauen, entschlossen wir uns dazu das Hühnerhaus mittels Wagenheber 5 cm anzuheben. Nun konnte Bruno Pamaze, der Fliesenleger, ungestört arbeiten. Die alte Mauer von der ehemaligen Voliere rissen wir zur hälfte ab. Die alten Backsteine verwendeten wir als Füllmatrial für den Gartenweg.Nun entstand ein neues Hühnerhaus. Zudem wurden die Graupapageien, Kongopapageien und Mohrenkopfpapageien darin in separten Abteilen darin einquartiert.

Ein weiteres Problem war unsere Schäferhündin Leila. Normalerweise wollten wir die Hunde nur im Zwinger einsperren, wenn wir Besuch haben. Leila jagte und tötete immer wieder Katzen. Deshalb trennten wir uns von Leila. Wir erhielen dafür einen jungen Rüden . Wir tauften in auf den Namen Nero. 

September 2020

Die Fotos in diesem Bericht stammen alle aus unserem Garten. Wir haben diesen Monat die Voliere, den Hundezwinger sowie den dazwischenliegenden Futterraum, mit Ausnahme der Alutüre sowie Fenster, fertiggestellt. Die Vögel und Schäferhunde haben ihr neues zuhause  bereits bezogen. Ein kleiner Weiher in der Voliere dient als Vogelbad. Im Zwinger integrierten wir einen Anschluss mit der Klärgrube. So können wir den Hundekot wie in einer Toilette entsorgen. 

Das Zimmer mit WC Dusche für unser Dienstmädchen steht kurz vor der Vollendung. Issifou Fuseiny, unser Maler, muss noch die Wände mit einem speziellen Schutzlack streichen. Dies ist zwar extrem teuer, zahlt sich aber im laufe der Zeit aus. Die Wände sind abwaschbar und müssen nicht schon in wenigen Jahren neu gestrichen werden.

Der Bau der Pailotte wird voraussichtlich auf 2021 verschoben.

Weil wir den Gartenweg erweiterten, mussten wir auch die Gartenbeleuchtung anpassen. Noch vor 6 Jahren war es schwer, schöne Lampen zu kaufen. Dies hat sich zum Glück nun geändert. Die selbsgemachten hässlichen Lampen im Garten wurden ersetzt.

Nun widmen wir un unserem Garten. Möglichst viele Pflanzen wollen wir selbst  ziehen. 

August 2020

Im Forret Asseve zählten wir bisher auf die Hilfe von Bernard. Er wohnt in Agbata, war somit dauernd vor Ort. Dies erweist sich nun als Boomerang. Zum ersten mal engagierten wir ihn Mitte Juni auf dem Weg Nr.4. Seither war er dauernd dabei. Jedes mal erhielt er seinen Tageslohn. Des weiteren war er dabei bei den Wegen 6,7 und 11. In der ersten Woche vom August wollten Loic, Paul und ich zu dritt den Weg Nr. 4 nochmals nachbessern. Leider stellten wir fest, dass der Weg viel breiter geworden ist. Zudem stellten wir fest, dass es weitere Wege gab. Wir folgten den neuen Wegen. Noch wissen wir nicht, weshalb die neuen Wege angelegt wurden. Sie enden aber immer bei grossen Bäumen. Wahrscheinlich will man illegal Bäume fällen. Auch eine Palettenfalle haben wir entdeckt. Sie war auf dem Weg zum „Schlafraum“ der Vervet Affen. Einmal gefangen haben die Tiere keine Chance mehr zum entkommen.

Wir vermuten, dass Bernard seine Kenntnis der Wege auch Baumfällern und Wilderern zur Vefügung stellt. Wegen der Corona Pandemie wird der Wald auch nicht mehr so oft durch Wildhüter kontrolliert. Einer der Baumriesen ist ein Fromager oder Käsebaum. 

Aus dem Holz dieses Baumes wurden ursprünglich angeblich Kisten zum Transport von Käse hergestellt. Daher der Name. Weil er aber auch Kapokfasern produziert wird er auch Kapokbaum genannt. Kapok  Fasern sind extrem leicht und wasserresistent. Sie werden zum füllen von Matrazen, Kissen, Decken und Schwimmwesten verwendet. Da sie auch sehr leicht entzündbar sind werden sie auch als Zunder gebraucht. Der Baum stammt ursprünglich aus dem tropischen Amerika und wurde von Menschen nach Afrika und Asien ausgeführt. In Westindien wird der Baum in Zusammenhang mit der Sklaverei gebracht. Einige Sklaven erhängten sich an diesem Baum um dem Elend der Sklaverei zu entgehen. Sie glaubten dass dadurch ihre Seelen über das Meer getragen werden und sie somit ihre Ahnen wieder treffen können. Die Legende besagt ausserdem, dass es sich um Bäume mit Zombis oder Sorgenbäume handelt, die den Geist der Toten willkommen heissen.

Juli 2020

Der Hundezwinger, die Voliere sowie der Futterlagerraum sind fast fertig gebaut. Momentan ist noch der Fliesenleger an der Arbeit. Die Türe zum Zwinger wurde noch im Juli geliefert aber noch nicht montiert. Im laufe des Augustes wird der Maler anfangen. Danach wissen wir noch nicht wie es weiter gehen soll. Unserem Schreiner Somagbo Amevi wurde der Platz, wo seine Werkstatt stand, gekündigt. Ab dem 1.8.20 hat er keine Werkstatt mehr. Ob er allenfalls die Gitterrahmen für den Zwinger und die Voliere bei uns im Garten macht, wissen wir noch nicht. Er hat momentan mit Sicherheit andere Sorgen. Da aber die Kanalisation zum entsorgen des Hundekots unter dem bestehenden Zwinger durchgeht, wird nun auch der Sanitär ausgebremst. Auch der Baubeginn der neuen Paillotte verzögert sich auf frühestens anfang Oktober. Solange aber die Paillotte nicht steht, können wir die Hühner nicht umsiedeln. Sie kommen dort hin, wo momentan das Kies der Paillotte liegt. Als Gehege bekommen sie den alten Hundezwinger. Es ist wie ein Rattenschwanz.

Ein Mangobaum musste dem neuen Gartenweg weichen. Auch ein Nussbaum musste wegen dem bevorstehenden Bau der Paillotte gefällt werden. Der zweite Mangobaum wird vermutlich im Oktober gefällt. In Zukunft pflanzen wir nur noch Zwergobstbäume. Die drei übrigen grossen Bäume lassen wir wegen der Vogelwelt stehen. Auch die Kokos und die Ölpalme lassen wir vorerst stehen. Die Fotos entstanden alle in den letzten 4 Monaten und sind chronologisch eingefügt.

 


Juni 2020

Diesen Monat war ich fast jeden Freitag im Wald von Asseve. Immer dabei war Loic Henrie und seine Lebenspartnerin Paul Alain. Einmal hatte noch ein weiterer Franzose angekündigt, dass er kommen wollte. Er heisst Nicolas Robert. Mir viel auf, dass alle als Nachnamen wiederum einen Vornamen haben. Kurz entschlossen fragte ich nach. Loic erklärte mir dies.

Etwa 20% der Franzosen haben als Nachnamen einen Vornamen. Während der französischen Revolution ende des 18. Jahrhunderts wurden nebst dem König Ludwig dem 16. auch etwa 40000 Franzosen geköpft. Dies hatte die Folge, dass es viele Waisenkinder gab. Diese Kinder wurden dann nach und nach ins Waisenheim gebracht. Sie bekamen eine neue Identität. Die Schwestern des Waisenheims gaben je nachdem an welchem Tag sie ins Heim kamen den Namen der im Kalender stand. Man verzichtete dabei aber auf das Sankt.

Loic und Paul haben beide Zoologie studiert. Sie kennen sich aber auch bei den Pflanzen bestens aus. Auf dem ersten Bild sieht man eine gelbe Blüte. Diese Blüte gehört aber nicht zu diesem Baum. Es ist ein Schmarotzer. Es ist aber interressant zu hören wie der Schmarotzer dahin kommt. Die Samen dazu sind so gross wie Kirschsteine. Können also nicht vom Wind dahin getragen werden.

 

Des Rätsels Lösung. Es ist eine rote zuckersüsse Frucht. Die Vögel lieben diese Frucht. Der Kern darin ist klebrich. Deshalb bleibt dieser Samen am Schnabel des Vogels kleben. Nun fliegt er auf den nächsten Baum um seinen Schnabel zu reinigen. Dort klebt das Samenkorn anschliessen an einem Blatt, keimt und wächst.

Mai 2020

 

Der Coronavirus bestimmt momentan unser Leben. Ab mitte Juli war geplant 5 Wochen in die Schweiz zu kommen. Wegen dem Coronavirus wurde der Flugplan für die Rückreise abgeändert. Wir konnten wählen zwischen ab Genf Fliegen, oder in Casablanca übernachten. Wir entschieden uns für das Übernachten. Kurz darauf kam wieder eine Flugplanänderung. Wieder standen 2 Optionen zur Auswahl, 2 Tage früher ab Lome fliegen mit Übernachtung in Casablanca oder Annulieren. Wir überlegten hin und her und entschieden uns für keine der Optionen. Selber machten wir den Vorschlag, dass wir den Flug verschieben und zwischen September und Dezember in die Schweiz kommen könnten. Dann aber nur noch 4 Wochen. Seit ein paar Tagen haben wir nun einen neuen Flugplan. Das Datum geben wir noch nicht bekannt. Wir wissen ja nur wann der Flug geplant ist. Ob er dann wirklich an dem Tag durchgeführt wid, wissen wir erst nach dem Abflug.

 

Auch das Budget wirbelt es nun durcheinander. Da wir wegen dem Bauen eh schon mehr Geld brauchen als geplant und wir später abfliegen müssen wird es auch Finanziell etwas enger. Auch neues Geld zu beschaffen scheiterte zuerst an meinen alten Pc s. Mit Ausnahme von einem Laptop laufen alle mit Windows 7. Dies wird von der Bank jedoch ab diesem Jahr nicht mehr Akzeptiert. Ein Unglück kommt aber selten allein. Der Laptop mit Windows 10 ist statt heruntergefahren, heruntergefallen.

 

Es gibt aber nicht nur Probleme sondern auch Lösungen. Ich liess den Laptop Reparieren und siehe da 2 Tage später lief er wieder einwandfrei aber nun auf Windows 7. Nun liess ich den Techniker nach Hause kommen. Für umgerechnet 50 Fr. motzte er für mich beide Laptops auf Windows 10 auf. Auch die 2 Pc s haben nun Windows 10. Nun mussten wir nur noch das E-Banking neu einrichten. Den Einrichtungcode wollte ich auf das Smartphone senden lassen. Fehlanzeige. Codes werden nicht an Telefone mit Afrikanischer Nummer versandt. Nun gab es nur noch den Postweg via Adresse von Katja. Dies klappte dann ohne weitere Probleme.

 

Wenn dies nicht geklappt hätte, hätten wir einfach mit dem bauen aufhehört, jetzt können wir aber alles fertigstellen.

 

Zusätzlich zu den geplanten Bauten entstand ein neues Zuhause für unsere Kignixys bellina Schildkröten. Die zwei erwachsenen Tiere haben dieses Jahr bereits zum dritten Mal Nachwuchs bekommen. Insgesammt sind nun 8 Schildkröten im Gehege.

 

März 2020

Seit anfang März sind wir wieder am bauen. Als erstes mussten zwei Drittel des alten Gebäudes Süd-Östlich vom Grundstück abgerissen werden. Der Nördlichste Teil davon dient in der ersten Bauphase als Lager für 20 t. Zement. Es soll eine neue Afrikanische Küche, einen kleiner Raum für die in Afrika so wichtigen Zeremonien plus einen gedeckten Platz für Holzkohle geben. In dem gedeckten Platz wird  ein Ausgang integriert, um  den Abfall ausserhalb in einem seperaten Raum zu lagern. Ein Knackpunkt war das provisorische versetzen des Stromzählers. Neu werden wir den Stromzähler ausserhalb des Grundstückes setzen lassen. Für dieses Vorhaben fertigte uns der Schreiner einen Fensterrahmen mit Querstreben aus Eisen. Ausserhalb und Innerhalb fixierten wir Sperrholz. Die Eingangssicherung wird dann in der Afrikanischen Küche sein. Ein weiteres Tableaux wurde im Korridor zwischen Afrikanischer Küche und dem Zimmer für eine Angestellte eingemauert.

Als der 1. Teil gebaut war, entfernten wir einen weiteren Teil des Zementlagerraums. Der Zement ist aber immer noch gedeckt. Die Südseite deckten wir provisorisch mit Sperrholz und Plastik ab. Wir müssen möglichst viel Zement verbauen bevor die Regenzeit im April beginnt. Der Zähler musste nun ein zweites mal versetz werden. Das Wohnhaus die Garage und das Appartement musste dazu auf die neu platzierte Stromverteilung umgehängt werden. Nun begannen wir mit dem bauen des Zimmers, Dusche und WC für eine Angestellte. Auch das neue Hühnerhaus wird integriert. Bis ende März sollte der Rohbau fertig sein. Wegen dem Corona Virus müssen auch wir vermehrt zuhause bleiben. Auch das bauen ist nicht unbedingt gut, denn jeder Handwerker könnte ja die Krankheit einschleppen. Zur Zeit gibt es in Togo 19 bestätigte Corona Ansteckungen, aber noch keine Todesfälle. Es ist aber sehr ruhig geworden hier. Flughafen, Schulen, Märkte ja sogar Kirchen und Moscheen wurden geschlossen. Einer der Sektenprediger war nicht einsichtig, seiher ist er im Gefängnis. 

Januar 2020

Noch vor 40 Jahren war insbesondere der Süden Togos sehr stark bewaldet. Ein intakter Wald ist bei Agbata, ein 2. befindet sich in Agbotrafo. Der Wald in Agbata ist sehr gefährdet. Er ist zwar als heiliger Wald klassifiziert und somit wie ein Naturschutzgebiet geschützt. Dies hält aber die Bevölkerung nicht davon ab, Wald zu roden um erstmals nur Manjok anzupflanzen. Wenn während der Wachstumphase des Manjoks von Staates wegen nichts passiert, wird nach der Ernte angefangen zu Bauen. Fast Monatlich gehen wir vom Verein Offap in diesen Wald um einen Weg durch den gesammten Wald zu machen. Dies ist bei dem Wachstum des Gestrüpps fast ein Ding der Unmöglichkeit. Ohne GPS ist der alte Weg oftmals fast nicht erkennbar. Es darf aber keinen zweiten Weg geben. Es soll aber nicht ein Wanderweg durch den Wald geben. Um dies zu verhindern wird der Eingang und der Ausgang zum Weg nur spärlich freigelegt. Der Weg ist aber wichtig um geziehlt Führungen zu machen um die Leute zu sensibilisieren.

Am 25.6.2019 hatten wir eine Sitzung mit dem König von Agbata und ein paar Lehrern aus der Umgebung. Zusammen mit den Schülern soll der Wald wieder aufgeforstet werden.

Schon 2008 besuchte ich zusammen mit Marco diesen Wald. Wir hatten zwar auch ein GPS dabei, auf diesem war aber der Weg nicht gekennzeichnet. Um den Rückweg zu finden, erstellten wir im GPS einen Wegpunkt mit dem Standort des Autos. So wussten wir wenigstens in welche Richtung wir gehen müssen. Das es sich dabei um einen geschützten Wald handelte, erfuhren wir erst später.

Schon seit längerer Zeit gibt es einen Entwurf, um Schilder herzustellen, auf dem klar deklariert wird, was man darf und was nicht. Alles fein säuberlich mit Pictogrammen dargestellt. Es fehlt nur noch die Telefonnummer der zuständigen Behörde. Diese Behörde Interessiert sich jedoch nicht für die Natur.

 

Dieser Wald beherbergt 3 Affenarten, Warane, Schlangen, diverse Kleinlebewesen und etwa 140 Vogelarten. Auch die Pflanzenvielfalt ist sehr hoch.

Dezember 2019

Schon im Togoreport vom Oktober schrieb ich über die Rücksichtslosen Fahrzeuglenker. Je grösser das Fahrzeug, desto eher hat es Vortritt. Deshalb nehmen wir so oft wie möglich die Buschtaxis. Buschtaxi fahren wie in der Schweiz die Linienbusse eine bestimmte Strecke. Solange man diese Strecke nicht verlässt kostet es fast nichts. Von Luxolin Baguida bis zum grossen Markt (ca. 7 km) bezahlen wir 300 CFA. Zurück vom Taxistand bis Yoyobar kostet es 350 CFA. Diese Differenz ist nur weil es die Teerstrasse verlassen muss. Hat man viel Gepäck fährt der Taxifahrer bis vor die Gartentüre und trägt das Eingekaufte noch rein. Dies kostet 1000 CFA (1.68sFr.). Oft ist es auch sehr eng in den Taxis. In einem Toyota Corolla sitzen hinten 4 Leute und vorne mit dem Fahrer 3. Da Kinder in der Regel nicht zählen, können es noch mehr sein. Noch enger ist es auf dem Motorrad. Ich sah schon 2 Erwachsene und 4 Kinder auf einem Motorrad. Oft sind sie einfach masslos überladen. Trotz der rücksichtslosen Fahrweise gibt es erstaunlich wenig Unfälle. Zemidafahrer, das sind in Ewe die Motoradtaxifahrer, die für die Nacht kein Abstellplatz haben, schlafen irgendwo unter einem Baum auf ihren Motorrädern. Um den ganzen Tag auf dem Motorrad zu überstehen, nehmen sie oft Dramadol. Dies ist das Kokain der Armen. Ein Dramadol kostet auf dem Schwarzmarkt 200 CFA. Im Spital wird Dramadol 50 mg. an Krebskranke Kinder abgegeben um Schmerzen zu lindern. Das Dramadol auf dem Schwarzmarkt hat 250 mg. Da auch Polizisten, das Militär und andere Chauffeure Dramadol nehmen, sind von dieser Seite keine Konsequenzen zu erwarten.

Anmerkung:

Das Kokain der Armen in Europa war früher Rohipnol, zu kaufen in der Apotheke als Hustensirup.

November 2019

Per 1.12.19 erhöhte Togo inoffiziell die Löhne der Polizisten massiv. Sie erhalten aber vom Staat keinen CFA mehr als vorher. Es tönt wie ein Widerspruch ist aber keiner.

Am 1.12.2019 trat ein neues Gesetz in Kraft. Ab dann muss jeder, der ein Motorrad lenkt, einen Führerschein haben. Ansonsten wird das Motorrad beschlagnahmt. Ab diesem Zeitpunkt werden dann Wahrscheinlich Führerscheine mit einem Bild eines Flusspferdes (500 CFA) oder eines Dromedars (1000 CFA) gezeigt. Diese “Führerscheine” wandern dann in den Taschen der Polizisten.

Der Staat greift aber auch in anderen Dingen unkonventionell durch. Im letzten Togoreport zeigte ich Fotos mit überstellten Trottoirs. Verkaufsstände entlang der Hauptstrasse sind oft illegal. Immer wieder wird verlangt, dass man sie wegräumt, ansonsten werden sie zerstört. Dies wird aber in den seltensten Fällen durchgesetzt. All die Gebäude hinter unserem Haus sind angeblich illegal. Dies ist jedenfalls auf meinem Dossier so vermerkt. Vielleicht hat sich dies aber in der Zwischenzeit geändert.

Fakt ist aber, dass ich es schon gesehen habe, wie sie ein illegal gebautes Quartier niederwalzten. Ende August zerstörten Polizisten zwischen dem Hotel Clementin und dem Luxolin eine Gärtnerei, ein Laden, ein Coiffeuregeschäft usw. Cotainer wurden auf die Seite gekippt. Die Ladenbesitzer sagen sie hätten von allem nichts gewusst. Dies entspricht jedoch nicht der Wahrheit. Die ganze Aktion wurde mindestens 3 Monate vorher angekündigt. Dies wurde mir von anderer Seite bestätigt.

 

Was mich aber an der ganzen Aktion ärgert ist die blinde Zerstörungswut der Ordnungshüter. Die ganzen Plastiksäcke der Gärtnerei, die zerschlagenen Blumentöpfe, die Glasscherben des Coiffeursalons alles bleibt liegen. Das Wort “Umweltschutz” ist wahrscheinlich noch nicht bis zu ihnen vorgedrungen. Vielleicht ändert dies ja mal. Die Hoffnung stirbt zulezt.

Oktober 2019

Jeden Tag, mit Ausnahme vom Sonntag mache ich einen Spaziergang. Was so einfach tönt, ist hier aber sehr schwer umzusetzen. Meistens gehe auf der Piste nördlich der Hauptstrasse bis Avepozo und anschliessend auf der Hauptstrasse, oder der Piste südlich der Hauptstrasse zurück nach Adamavo. Normalerweise starte ich um 8 Uhr morgen, so bin ich, bevor es warm wird, um 10 Uhr wieder zuhause. In der Schweiz gibt es hinter jedem Miststock ein Restaurant mit Toilette. Aber hier gibt es keine Miststöcke. Auch Restaurants mit sanitären Einrichtungen sucht man fast vergeblich. Ausnahme sind Hotels. Dies ist der Grund, weswegen ich erst um 8 Uhr starte und meistens denselben Weg gehe.

Natürlich gibt es in fast jedem Dorf eine öffentliche Toilette, aber für ein Afrikaner ist eine Toilette die nicht stinkt keine Toilette. Für mich jedenfalls keine Option.

Ein weiteres Problem sind die verschiedenen Fahrzeuglenker. Jeder hat das Gefühl, er sei alleine unterwegs. Motorradfahrer fahren oft auf dem für Fussgänger abgetrennten Teil. Sie kommen von vorne und hinten. Es wundert mich, dass sie nicht noch von oben und unten kommen. Zudem ist der Weg oft versperrt. Alle wissen genau wo die Hupe ist. Von Bremse haben sie wahrscheinlich noch nie etwas gehört. Auch das überqueren der internationalen Strasse ist ein Abenteuer.

Manjo warnt mich immer wieder vor Banditen. In dieser Beziehung mache ich mir aber keine Sorgen. Durch meine offene Art komme ich oft ins Gespräch mit den Leuten. Wenn Kinder mir Yewo (Weisser) rufen antworte ich mit Ameibo (Schwarzer). Durch das haben die Einwohner entlang der ganzen Strecke gemerkt, dass ich einige Wörter aus ihrer Sprache kenne. Das öffnet viele Türen. Für viele ist es nun wie ein Spiel. Sie wollen den Yewo hören, wie er Ewe spricht.

In diesem Sinn

 

Miaguadogo e eissolo