Ägypten November 2011

Algerien 1978 - 1980 und 1987

 

Algerien ist mit 2'381'741 km2 das grösste Land auf dem Afrikanischen Kontinent. Weltweit ist es an 10. Stelle. Das Land hat knapp 33'000'000 Einwohner, Demokratisch Kongo ist nur knapp 40'000 km2 kleiner. Algerien ist das Mittlere der 3 Maghrebstaaten. Das Land wurde von den Franzosen nach dem Namen der Haupstsadt benannt und nicht umgekehrt. Nach dem Algerienkrieg 1954 bis 1962 wurde das Land unabhängig. Dies hielt die Franzosen aber nicht davon ab 4 Oberirdische Atomwaffentest in Reggane durchzuführen. Die erste Bombe war etwa 5,3 Mal so stark, wie die Atombombe von Hiroshima.

 

Ab 1961 bis 1966 folgten weitere 13 Tests in In Ekker. Diese Tests waren Unterirdisch.

 

Mit Glück kann man Gazzelle, Mähnenschaf, Berberaffe, Echsen und Skorpione sehen. Noch seltener trifft man Gepard, Springmaus, Fenek und Schlangen an.

 

Nur 2 % des Landes ist bewaldet. Weitere 80% ist mehrheitlich Vegetationslos.

 

Das Atlasgebirge durchzieht das Land. Im Süden bei Tamanrasset ist das Hoggargebirge mit den Assekrem.

 

Algerien Grenzt im Norden ans Mittelmeer, im Osten an Tunesien und Libyen, im Süden an Mali und Niger sowie im Westen an Mauretanien, Spanisch Sahara und Marokko.

 

Algerien gilt in Afrika als reiches Land.

 

Ich war zwischen 1978 und 1987 insgesammt 6 mal in Algerien. Die Sahara durchquerte ich 4 mal auf der Hoggarpiste via Tamanrasset, und 2 mal auf der Tanezerouftpiste via Reggane. Die 7. Saharadurchquerung machte ich via Mauretanien, denn Algerien wurde mir zu Unsicher. 2001 wurden mehrere Touristen, darunter auch Schweizer von Touaregs entführt.

 

Die Hoggarpiste ist schwieriger zu fahren als die Tanezerouft Piste. Versorgungstechnisch war aber die Tanezerrouft Piste schwerer. Auf der Tanezerouft Piste zwischen Adrar und Gao (Mali) gab es damals keine Tankstelle. Die Strecke war 1380 km lang. Der Benzinverbrauch auf Piste kann bis zu 1.5 mal höher sein. Wir hatten in unseren 2 Peugeots 504 und 404 je 60 Liter Benzin im Tank sowie total 3 Fässer mit jeweils 200 Liter in Reserve. Getankt wurde mit einem Gartenschlauch, angesaugt mit dem Mund. Bis wir richtig wussten wie man das macht hatten wir oft einen Mungeruch wie ein Tankwart. Der Durst wurde aber dabei nicht gestillt.

 

Das zweite Problem mit den Fässern war, man durfte sie nicht komplet verschliessen, denn durch das schütteln beim Fahren auf der Piste entstanden Gase im Fass und diese mussten weichen .

 

 

 

Benin 1978 - 1980 und ab 1987

 

Benin gilt in Afrika auch als kleines Land. Es ist mit 112'822 km2 etwa 2,5 mal so gross wie die Schweiz. Benin hat 10,3 Millionen Einwohner.

 

Im Westen grenzt Benin an Togo und ist somit ein Nachbarland meiner neuen Heimat, im Norden an Burkina Faso und Niger, im Osten an Nigeria. Im Süden an den Atlantischen Ozean genau gesagt den Golf von Benin.

 

Bis 1975 hiess das Land Dahomey, zwischen 1975 und 1990 war es die Volksrepublik Benin.

 

Nebst der Amtssprache französisch werden in Benin über 50 verschiedene Sprachen und Idiome gesprochen. Die meisten gehören der Sprachgruppe Gur an, aber auch Kwa Sprachen wie Mina und Ewe sind vertreten.

 

Benin gilt als Hochburg des Voodookultes. Etwa 17% der Bevölkerung bekennt sich offiziell zum Voodookult. Inofiziell sind es aber wesentlich mehr.

 

In den letzten 40 Jahren war ich unzählige male in Benin. Nicht immer war ich da Willkommen. Einmal wurde ich des Landes verwiesen, weil ich mich weigerte in einem Hotel zu übernachten. In Parakou wurden wir verhaftet, weil wir 3 Mal durch das gleiche Dorf fuhren. Dabei suchten wir nur ein Restaurant um etwas zu Essen. Uns wurde Spionage vorgeworfen. Der Grund war auch ein Mitreisender mit dem Namen Wäspi. In Benin wurde dies als Abkürzung für West African Spi Interpretiert, was völlig irre war. Ein weiters Mal durften wir nicht Einreisen, weil das Auto zu schmutzig war. Es gäbe noch viele solche Episoden. Im Jahr 1990 änderte sich das auf dem Papier, einige Zeit später auch in den Köpfen der Zöllner und Polizisten.

 

Heute sind Benin, wie auch Togo, die Länder mit den liberalsten Einreisebestimmungen.

 

Es gibt in Benin zwei Nationalparks. Beide sind im Norden des Landes. Den Pendjari Nationalpark besuchte ich schon öfters. Der Nationalpark W erstreckt sich auch über die Grenze zum Niger und ist somit schwieriger zum bereisen. Die Fauna ist aber in beiden Parks nahezu identisch.

 

Wenn man Ferien in Benin macht, darf ein Besuch vom wahrscheinlich grössten Pfahlbauerdorfes in Afrika, Ganvie, nicht fehlen. Auch den Pyton Tempel, sowie das Tor ohne Wiederkehr darf nicht fehlen. Beides ist im Süden in der Stadt Ouidah.

 

Die Versorgung mit Benzin auf der Süd-Nord Achse ist sehr schwierig. Man bekommt zwar Treibstoff auf dem Schwarzmarkt, welches in Nigeria illegal raffiniert wird. Es ist aber oft von schlechter Qualität. Die Tankstellen haben oft nur Diesel. Weil die Einheimischen praktisch nur Schwarzmartbenzin kaufen, weigern sich Tankstellen ihr Resevoir mit Benzin zu füllen.

 

 

 

Die Fotos sind Chronologisch eingefügt und wurden alle noch vor der Digitalen Zeit aufgenommen.

 

 

 

Elfenbeinküste 1978 - 1980

 

Cote Ivoire ist mit 322'463 km2 fast 8 Mal so gross wie die Schweiz, ist aber mit nur 20 Millionen Einwohnern viel weniger dicht Besiedelt. 1998 waren 26% davon Ausländer die meisten aus den Nachbarländern.

 

Cote Ivoire grenzt im Westen an Liberia und Guinea Conakry, im Norden an Mali und Burkina Faso, im Osten an Ghana im Süden an den Golf von Guinea.

 

Die Hauptstadt war bis 1983 Abidjan, nun Yamoussoukro. Die Elfenbeinküste, wie das Land auf Deutsch heissen würde, hat den Namen vom früheren Hauptexport, dem Elfenbein.

 

Es leben 60 verschiedene Volksgruppen zusammen.

 

Nebst Französisch werden in der Cote Ivoire 77 verschiedene Sprachen und Idiome gesprochen. Am meisten verbreitet ist Dioula mit 61%.

 

Als Sprachgruppen werden Kwa und Gur Sprachen sowie die aus Senegal stammenden Senufosprachen genannt.

 

Lange Zeit war das Land Hauptlieferant von Kakao. Cote Ivoire deckt etwa 40 % des Welthandels. Der Kakaoanbau birgt aber auch Probleme. Laut Menschenrechtsorganisation arbeiten etwa 12'000 Kinder als Kindersklaven auf den Plantagen.

 

Da der Name Elfenbeinküste, Ivory Coast, Costa de Marfil, Costa d'Avorio oft für Verwirrung sorgte, setzte der damalige Präsident Felix Houphouët Boigny (1960 -1993) 1985 durch, dass der Name nicht mehr übersetzt werden darf. Das bezeichnen eines anderssprachigen Namens wird geahndet.

 

Es gibt 8 verschiedene Nationalparks in Cote Ivoire. Alle sind sehr Artenreich.

 

Der höchste Berg ist der Mont Nimba Mit seine 1752 m ist er zugleich höchster Berg in Cote Ivoire sowie von Guinea. Er gehört zum Weltkulturerbe.

 

Cote Ivoire ist ein sehr teures Land. Circa 40 % leben unter der Armutsgrenze. In der Elfenbeinküste ist die Armutsgrenze bei 300 sFr. pro Jahr.

 

Ich war nur 2 mal in der Elfenbeinküste. Das grösste Erlebnis war eine Zugfahrt von Bouake bis in die Hauptstadt von Burkina Faso, Ouagadougou.

 

Zwei kleine Anekdoten gibt es aus Yamoussoukro und Abidjan.

 

1. Wir fuhren Richtung Norden, als uns eine Tafel eines Restaurants ins Auge stach. Darauf stand in etwa 8 verschiedenen Sprachen „hier spricht man Deutsch“. Wir hielten an und kehrten ein. Auf die Frage, wer spricht Deutsch? sagte der Wirt, mit einen lachen im Gesicht, „die Gäste“. Auch so kann man Gäste gewinnen und niemand ärgert sich darüber. Ich finde es eine tolle Idee.

 

2. In Abidjan merkten wir, dass wir eine Maus im Auto hatten. Zu dieser Zeit waren wir Gäste bei einem Schweizer Ehepaar. Die Gastgeber boten uns an, ihre Katze über Nacht im Auto zu lassen. Die Maus erwischte sie nicht, sie fand aber im Auto auch kein Katzenklo. Ich gehe hier nicht näher ins Detail.

 

Anderntags bauten wir die ganzen Möbel aus. Plötzlich sahen wir, wie die Maus (es war eine Afrikanische Fotzelmaus) aus dem Auto rannte. Nun fingen wir an die ganzen Möbel wieder einzubauen. Was wir nicht wussten, das Fotzelfich, deshalb auch Fotzelmaus, hat sich in einem der Möbel versteckt und wurde somit wieder ins Auto gebracht.

 

Alexander Gräfe, der abends immer Tagebuch führte, hörte eines Abends wie sich die Maus im Lavabo der Küche bewegte. Er klappte sofort den Deckel zu. Anderntags stand ich als erster auf und fing mit der Körperpflege an. Alexander sagte zu mir, ich habe die Maus gefangen. Ich antwortete, ja ich habe es gemerkt, denn ich habe sie soeben wieder freigelassen.

 

Anschliessend war sie während mehreren Wochen bis zu ihrer Flucht unser Begleiter.

 

Ghana 1978 - 1980 und ab 1987

 

Ghana ist mit 238'537 km2 etwa 5.8 mal so gross wie die Schweiz und hat knapp 29 Millionen Einwohner.

 

Ghana grenzt im Osten an die Côte d'Ivoire, im Norden an Burkina Faso, im Westen an Togo und ist somit auch ein Nachbarland, im Süden an den Atlantischen Ozean um genau zu sein den Golf von Guinea.

 

Ghana hat mit Cedy und Pesewas eine eigene Währung, die aber nicht im Welthandel gehandelt wurde. Auf dem Schwarzmarkt erhielt man ein Mehrfaches wie auf der Bank. Viele Versuche den Schwarzmarkt einzudämmen scheiterten. Etwa 1979 waren alle Grenzen von Ghana während 3 Wochen zu. Das ganze Geld ausserhalb des Landes wurde wertlos. Neues Geld wurde gedruckt. 1 Woche bevor die Grenze wieder aufging, fing der Schwarzgeldhandel mit noch besserem Kurs in den angrenzenden Staaten mit den Neuen Cedys wieder an. Diese Zeit war ich in Togo.

 

Danach übernahm Ghana den Schwarzhandel selbst. Es entstanden die Forex Changes Büros.

 

Während der Englischen Kolonialzeit hiess das Land Kronkolonie Goldküste, in Anlehnung auf den „Rohstoff“, der von da abtransportiert wurde.

 

Der Name Ghana soll an das Historische Königreich Ghana, das auf dem Gebiet des heutigen Mali beheimatet war, erinnern.

 

Ghana spielte eine zentrale Rolle in der Entwicklung Afrikas.

 

So war es Kwame Nkrumah der die Freilassung aus der Kolonialen Herrschaft von England verlangte. Darauf folgte so etwas wie ein Flächenbrand. Auch frankofone Staaten folgten dieser Forderung.

 

Kwame Nkruma war der erste Präsident Ghanas.

 

Obwohl in die Briten 1950 Inhaftierten wurde er 1952 in geheimer Wahl zum Präsidenten gewählt. Er herrschte zwischen 1957 bis zum Putsch 1966.

 

Während seiner Amtszeit wollte er die von den Briten verbotenen Industrialisierung vorantreiben. Nebst Strassen baute er auch den Akosombo Staudamm. Er erkannte dass man für eine Industrialisierung auch Strom braucht. Nun warf man ihm Geldverschwendung vor. Deshalb wurde er 1966 gestürzt.

 

Der Akosombo Staudamm wurde 1966 fertiggestellt Der Volta Stausee ist mit 7'991000 km2 der grösste künstliche See der Welt.

 

1956 kam Britisch Togoland, das ist das Gebiet östlich des Voltasees, endgültig zur Kronkolonie Goldküste. Britisch Togoland hat Deutschland nach dem ersten Weltkrieg an England verloren.

 

1957 erhielt Kronkolonie Goldküste als erstes Afrikanischen Land die Unabhängigkeit.

 

Ab 1966 bis 1979 gab es 4 Militärputschs. Durch die Kleptokratischen Militärjunta unter Jgnatius Kutu Achempong verschuldete sich das Land sehr stark.

 

1981 gab es erneut einen Putsch durch Jerry Rawlings. Er hat die Macht aber an eine Demokratisch gewählte Regierung abgegeben. Nun Puschte er ein zweites Mal und Regierte das Land Diktatorisch. 1992 erhielt das Land unter Jerry Rawlings eine Demokratische Verfassung.

 

1993 wurde Jerry Rawlings als Präsident gewählt. Er Regierte bis 1999. Seit 1993 ist das Land stabil.

 

Ich war unzählige Male in Ghana.

 

In Ghana gibt es 7 Nationalparks 4 Natur und Tierreservat sowie eine Vogelwarte. Im Volta Delta rund um Keta kommen etwa 300 verschiedene Vogelarten vor.

 

Mali 1978 - 1980 und 2001

 

Der Binnenstaat Mali ist mit 1'240'192 km2 Fläche etwa 30 Mal grösser als die Schweiz. Jedoch mit nur 18'600'000 Einwohnern viel weniger dicht Besiedelt. Der nördliche Teil des Landes ist Wüste, der Rest liegt grösstenteils in der Sahelzone. Sahel heisst übersetzt Ufer der Wüste.

 

Im Norden grenzt Mali an Algerien, im Osten an Niger, im Süden an Burkina Faso, Elfenbeinküste und Guinea, im Westen an Senegal und Mauretanien.

 

Früher herschten hier das Ghana Reich (hat ausser dem Namen nichts zu tun mit dem Land Ghana) später das Mali Reich und dann das Songhai Reich. Während der Französischen Kolonialherrschaft hiess das Land Französisch Sudan.

 

1960 erreichte das Land die Scheinunabhängigkeit. Die Franzosen nötigten Mali zum unterzeichnen eines Vertrages zur vortsetzung der Kolonisation. Sie hatten aber eine eigene Währung, den Mali Franc. Dieser Mali Franc war aber wie der CFA fix mit dem französischen Franc verbunden. 100 CFA waren immer 200 Mali Franc. Seit 1984 hat auch Mali den CFA.

 

Bis zum Militärputsch 1991 war das Land einigermassen Stabil.

 

Ab 2012 wollten die Touaregrebellen den Nordteil von Mali abspalten und den Staat Azawad Gründen.

 

Ein erneuter Putsch 2012 machte den ganzen Konflickt noch komplizierter.

 

Mali ist ein sehr armes Land. 50% der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze, das heisst, sie haben weniger als 1 Dollar pro Tag zum Leben.

 

Während der Kolonialzeit wurden ganze Völker aus Fruchtbaren Zonen umgesiedelt in die weniger Fruchtbare Sahelzone. Deshalb gibt es in Mali über 30 verschiedene Ethnien mit ebensovielen Sprachen.

 

Weitaus am meisten vertreten sind die Bambara mit etwa 35%. Die Soninke bringen es auf etwa 8%. Die Songhai sind die Gründer des Songhai Reiches, von ihnen gibt es 7%. Mit nur 5% ist ein weiteres Urvolk, die Malinke vertreten. Das Volk der Malinke Gründeten das Mali Reich und sind auch Namensgeber des heutigen Staates.

 

Zwischen 1978 und 2001 war ich 6 mal in Mali. Das bereisen dieses Landes war immer etwas Problematisch. Man brauchte für jede Stadt eine Fotografie erlaubnis. Einzig in der Hauptstadt Bamako konnte man die Erlaubnis für das ganze Land erhalten. Was uns Touristen am meisten wunderte, die Fotografie erlaubnis war Kostenlos. Mali hatte aber viel Arbeit damit. Es gab aber noch weitere Kuriositäten in Mali. Die einzige Brücke über den Niger in die Hauptstadt durfte man aus Militär strategischen Gründen nicht abknipsen, sie war aber fast auf jeder Postkarte abgebildet. Auch aus den selben Gründen durfte man die Brücke auch Nachts nur mit Standlicht überqueren. Das es aber keine Unfälle gab war die Brücke mit Scheinwerfern hell beleuchtet.

 

Mali kann auch heute noch mit der nötigen Vorsicht bereist werden. Obwohl das Land fast nur aus Wüste und Sahelzone besteht, hat es auch in Mali sehr schöne Gegenden. Mopti muss man einfach gesehen haben. Auch die Misirikorogrotten oder das Volk der Dogon.

 

 

 

 

 

Marokko 1978- 2001

Mauretanien 2001

Niger 1978 - 1980 und 1987

 

Niger grenzt im Norden an Algerien und Libyen, im Osten an den Tschad, in Süden an Nigeria und Benin, sowie im Westen an Burkina Faso und Mali. Es ist ein Binnenland. Die Hauptstadt heisst Niamey. Der Staat hat 20.6 Millionen Einwohner (2017). 49.6% von ihnen sind jünger als 15 Jahre alt (2012). Die Fruchtbarkeitsrate der Frauen ist die höchste Weltweit. Es sind 7.16 (2012)Kinder pro Frau. Die Tendenz ist aber sinkend. Die Kindersterblichkeit unter 1 Jahr ist mit über 70 Kindern auf 1000 Lebendgeburten sehr hoch.

 

In 75% der arangierten Hochzeiten ist die Braut erst zwischen 15 und 19 Jahre alt. Auch dies ist Weltweit die höchste Ziffer an Kinderhochzeit. Die Aidsrate ist aber mit 0.4% sehr niedrig.

 

Leider sind auch 74% der Männer und 89% der Frauen Analphabeten.

 

Niger gehört zu den ärmsten Ländern der Welt.

 

40 % des bedarfs an Uran für Frankreich wird in Arlit im Norden vom Niger abgebaut.

 

Seit 1958 gab es 9 verschiedene Präsidenten. Vier von ihnen kamen durch Putsch an die Macht.

 

Die Bevölkerung von Niger sind 55% Hausa. Die Songhai und Zarma zusammen sind 21%, die Touareg 9%. Dazu kommen Fulbe, Kanure, Tubu, Araber und Gurma.

 

30% des Landes ist Wüste. Dazu kommt noch ein breiter Gürtel der Sahelzone. Sahel heisst übersetzt Ufer der Wüste.

 

Der für das Land Namensgebende Fluss Niger ist der 3 grösste Fluss Afrikas.

 

Existenzbedrohend sind die immer widerkehrenden Dürren und den daraus folgenden Hungersnöte.

 

Ich war in den Jahren 1978 – 1980 und 1987 mindestens 5 Mal im Niger. Die grössten Städte Niamey, Zinder und Agadez habe ich alle Besucht und in allen Städten erlebte ich Unvergessliches. Agadez war die erste Stadt nach der Sahara. Wir genossen das bad im Bassin voller Algen und quakenden Fröschen. In Zinder gab der Motor des Autos den Geist auf und in Niamey wartete ich 40 Tage auf einen neuen Motorblock.

 

Niger war bei meiner 1.Saharadurchquerung das 3. afrikanische Land, das ich bereiste.

 

Heute ist es fast unmöglich, dieses Land zu bereisen. Um ein Visum zu erhalten braucht man ein Empfehlungsschreiben. Dieses kann nur von einem Minister oder dem Präsidenten ausgestellt werden. In Europa hört man fast nichts vom 6. grössten Staat Afrikas. Weltweit liegt es auf platz 22 der grössten Staaten und auf Platz 188 der Statistik zur menschlichen Entwicklung. Wenn man etwas hört vom Niger, ist es meistens im zusammenhang der von Nigeria her kommenden Boko Haram.

 

Die Bilder sind Chronologisch zusammengestellt. Die neuesten Aufnahmen am Schluss. Weil es sich bei den Bildern um Dias handelt kann es vereinzelt vorkommen, dass die Bilder Seitenverkehrt sind.

 

Nigeria 1978 -1979

 

Nigeria grenzt an Benin im Westen, Niger im Norden, Tschad im Nord-Osten, Kamerun im Osten und den Atlantik im Süden. Es ist mit über190 Millionen Einwohnern das Bevölkerungsreichste Land in Afrika und flächenmässig das 16. grösste Land Afrikas. Es ist rund 22.5 mal grösser als die Schweiz. Einwohnermässig rangiert es auf Platz 7 Weltweit.

 

Seit 1963 gab es insgesammt 16 Regierungswechsel. 1 mal gab es einen Regierungssturz und 6 Mal wurde geputscht. Nigeria nimmt man in Europa insbesondere wegen der vielen Flüchtlinge wahr.

 

In den Jahren 1967 -1970 herrschte im Südosten Nigerias einer der brutalsten Kriege der Welt. Es war der Biafrakrieg. Es ging wie so oft im Krieg ums Öl. Der Staat Biafra wollte sich vom restlichen Nigeria trennen. Seither ist das ganze Nigerdelta tot. Die ganze Flora und Fauna wurde wegen dem Öl zerstört. Selbst auf einem Friedhof hat es mehr leben. Die englischen Ölfirmen interressiert dies wenig.  Für die Widerherstellung des Ökosystems würden die von Abacha abgezweigten Gelder reichen.

 

Zwischen 1993 und 1998 kam Sani Abacha durch Putsch an die Macht. Abacha wurde im Vereinigten Königreich militärisch Ausgebildet und diente 1967 im Biafra Krieg. Sani Abacha war der brutalste Dikdator der neueren Geschichte Nigerias. Die Todesurteile nahmen stetig zu. Während Abachas Herrschaft wurden viele Menschen Hingerichtet. Unter anderen auch der Journalist und Umweltaktivist Ken-Saro Wiwa.

Während seiner für Nigerianische Verhältnisse langen Amtszeit, trieb Abacha regen Handel mit der Schweiz. Insbesondere die Banken Interressierten ihn. Er transverierte in 5 Jahren 700 Millionen Dollar in die Schweiz auf sein privates Konto. Insgesammt soll er mindestens1 Milliarde Dollar aus dem Ölgeschäft auf ausländischen Banken abgezweigt haben. Andere Recherchen sprechen sogar von 5 Milliarden.

 

1991 baute man in Abuja eine neue Hauptstadt.

 

Ein  Problem Nigerias ist die Plafonierung des Treibstoffpreises. Die Raffinerien beliefern deshalb die landeseigenen Tankstellen nicht mehr, denn im Export verdienen sie wesentlich mehr. Aus diesem Grund werden von Einheimischen die Ölpipelines angebohrt. Das Rohöl wird dann im Busch am offenen Feuer zu Kerosin, Benzin und Diesel raffiniert, was oft auch zu schweren Unfällen führt. Das Benzin wird anschliessend auch nach Benin und Togo geschmuggelt.

 

Ich war zwischen 1978 und 1979 4 mal in diesem Land. Damals galt die Hauptstadt Lagos nach Mexico City und Teheran als 3. gefährlichste Stadt der Welt. Über 50% der Bevölkerung lebte damals in den drei Städten Lagos, Ibadan und Calabar.

 

Nigeria war bei meiner 1. Saharadurchquerung das 5. Land Afrikas, das ich bereiste. Nach den Strapazen der Sahara und dem langen Aufenthalt in Niamey (Niger), genoss ich die wunderschönen Landschaften von Nigeria. Insbesondere der Plateau State im Norden Nigerias hat es mir angetan. Enttäuscht war ich nur von einem Berg. Im Reiseführer stand, er sei 1800m hoch. Nach all dem Flachland wollte ich den unbedingt besuchen. Als ich vor dem Berg stand, schaute ich nochmals in den Reiseführer, denn der Berg entpuppte sich als Hügel mit 400 m Höhe. Was ich nicht einkalkulierte war, dass das Hochplateaux bereits 1400 m über Meer ist.

 

Heute herrscht in diesem Gebiet die Boko Haram.

 

Leider ist es heute fast unmöglich dieses wunderschöne Land so zu bereisen wie ich es damals machte. Es ist für Touristen fast unmöglich ein Visum zu erhalten.

 

Die eingefügten Fotos wurden alle ab Dia digitalisiert und entstanden in den Jahren 1978 und 1979.

 

Obervolta 1978 -1980 und Burkina Faso 1987

Obervolta und Burkina Faso ist ein und dasselbe Land. Das Land Obervolta wechselte im Jahr 1984 unter Thomas Sankara den Namen in Burkina Faso. Das heisst Übersetzt "das Land der integren Menschen".

Weil ich vor und nach dem Namenswechsel in diesem Staat war, verwende ich auch im Titel beide Namen

Senegal 2001

Togo 1978 - 2006