Fahrradunfall vom 15.07.2018

 

Am 15.07.2018 machte ich wie so oft in der kleinen Regenzeit eine Fahrrad Tour. Diesmal wollte ich etwa 40 km Richtung Kpalime fahren. All meine 4 Akkus nahm ich mit. Ein Akku hätte aber gereicht, denn kurz vor Sanghera hatte ich einen Unfall. Die sehr grossen Schmerzen im Nacken, Rücken und und rechtem Arm mit Schulter verdanke ich einzig dem Fahrradhelm. Laut Arzt und vielen die den Helm gesehen haben, hätte ich wohl ohne Helm keine Schmerzen mehr.

 

Kurz vor Sanghera gibt es eine sehr gefährliche Stelle, wo es fast täglich Unfälle gibt. Nicht selten mit Todesfolge. Etwa 200m davor, bei einer Abzweigung ist eine Ampel. Zusätzlich zur Ampel sind auf der Gegenseite stets mehrere Polizisten. Der Verkehr interessiert sie aber nicht. Sie halten lediglich Ausschau, ob man einem vorbeikommenden Autofahrer etwas Geld abknöpfen könne. Natürlich in die eigene Tasche.

 

Wie der Unfall passierte weiss ich nicht genau. Was ich aber weiss, dass ich Ordnungsgemäss an der Ampel anhielt. Als es Grün wurde fuhr ich gleichzeitig mit vielen anderen los. Kurz nachdem ich das Gleis überquerte, touchierte mich ein Auto am Lenker. Darauf stürzte ich. Ich sah noch wie das Hinterrad knapp neben meinem Kopf vorbei fuhr. Danach gab es einen Schlag mitten auf den Kopf. Ich muss wohl einige Minuten so auf der Strasse gelegen haben, bis ich wieder zu mir kam. Niemand hielt an. Auch das Fahrzeug das mich angefahren hat fuhr einfach weiter. Wieso soll er auch anhalten, Er oder Sie kennt mich ja nicht.

 

Als ich mit sehr grossen Schmerzen wieder zu mir kam standen zwei junge Burschen neben mir. Sie halfen mir aufzustehen und begleiteten mich von der Strasse weg in die 100 m entfernte Winners Bar. Auch das Fahrrad nahmen sie von der Strasse weg. Auf die Frage, ob sie einen Arzt rufen sollten, verneinte ich. Ich hoffte immer noch, dass die Schmerzen vorbei gehen. Die Schmerzen verschlimmerten sich aber immer mehr. Den Kopf und der rechte Arm konnte ich nicht mehr bewegen. Danach versuchte ich erfolglos Manjo anzurufen. Sie war nicht zu hause und hatte auch das Handy nicht dabei. Danach informierte ich Basil, einen befreundeten Taxichauffeur. Gäste aus dem Restaurant erklärten ihm, wo ich bin.

 

Er glaubte aber, jemand erlaube sich einen Spass. Zuerst fuhr er zu uns nach hause und fragte Manjo, die inzwischen nach hause kam, ob ich zuhause sei. Sie erwiderte, ich sei mit dem Fahrrad unterwegs. Da Basil diese Zeit Fahrgäste im Auto hatte, organisierte er einen anderen Taxifahrer. Rund 3 Stunden nach dem Unfall brachte mich ein Taxi in die Klinik Sankt Helena in Doulassamé.

 

Die darauffolgenden 5 Tage wurde ich von Dr. Bruce und seinem Team gepflegt. Manjo war fast die ganze Zeit bei mir. Einzig um das Essen für mich zuzubereiten ging sie jeweils kurz nach Hause. In Afrika bekommt man im Spital nur die Pflege, für das leibliche Wohl sind Angehörige zuständig.

 

Am 5. Tag konnte ich wieder das erste mal aus eigener Kraft aufstehen, auch wenn es jeweils mehr als 30 Minute dauerte und mit grossen Schmerzen verbunden war.

 

Drei mal die Woche werde ich nun vom Phsyothrapeuten Kine Lamboni gepflegt. Mittlerweile kann ich den Kopf wieder zu 80% bewegen, Die Schulter etwa zu 70%.

 

Die Schmerzen im Nacken, der Schulter und dem Rücken sind erträglicher geworden. Eine Rückkehr in die Schweiz steht nicht zur Diskussion, auch wenn mir dies von allen Seiten empfohlen wurde.

 

Die Bilder sind eine Zusammenfassung der Fahrradtouren nach Aneho Tsevie und Lomé.

 

Trennung von Brigitte

 

 

 

Am 5. Juli 2018 trennten wir uns von Brigitte. Wie es dazu kam in diesem Bericht.

 

Im Dezember 2018 fragte uns Brigitte, ob sie im Januar 4 Wochen zu ihren Eltern nach Danyi gehen dürfe. Danyi liegt etwa 30 km nördlich von Kpalime an der Grenze Ghanas. Natürlich liessen wir sie gehen.

 

Die vier Wochen waren vorbei, aber von Brigitte keine Spur. Nach weiteren zwei Wochen telefonierte sie uns und erklärte, dass ihre Mutter schwer krank sei. Nun fragten wir, wieso sie sich nie meldete. In Danyi ist das Netz zum telefonieren ganz schlecht, aber sie war ja wöchentlich einmal am Markt in Kpalime und Kpalime ist sehr gut erschlossen.

 

Während der Abwesenheit von Brigitte kam Obube zu uns. Obube lernten wir als fröhliches und nettes Mädchen kennen.

 

Im April machten wir uns die ersten Gedanken, was wir machen sollen, wenn Brigitte wieder kommt. Wir beschlossen sie nicht mehr aufzunehmen. Während ihrer ganzen Abwesenheit hat sie sich nur einmal bei uns gemeldet.

 

Eines Tages Anfang Mai, wir kamen vom Strand, sass Brigitte mit ihrem Sohn vor unserem Gartentor. Wir liessen sie rein und gaben ihr wie es in Togo üblich ist, auch zu Essen. Nach dem Essen erklärte ihr Manjo, dass es jetzt Zeit sei zu ihrem Mann zu gehen. Ihr Mann Berna war aber alles andere als erfreut. Er hat die letzten vier Monate nichts mehr gehört von Brigitte.

 

Zwei Tage später besuchte Brigitte mit Berna Germain Fifonsi, ein sehr guter Freund von uns. Sie bat ihn, er solle doch bei uns ein gutes Wort einlegen. Darauf nahmen wir Brigitte wieder auf.

 

Wir erklärten ihr aber, dass wir keine solchen Spielchen mehr dulden. Wir stellten auch die Bedingung, dass sie ihren Sohn nicht bevorzugen dürfe. Sie war einverstanden.

 

Das Verhältnis war aber nicht mehr dasselbe wie all die Jahre zuvor.

 

Weitere zwei Wochen später erklärte sie uns, dass sie ende August endgültig zu Berna ziehen wolle. Berna würde ihr ein Coiffeursalon einrichten. Wir glaubten ihr dies zwar nicht, trotzdem akzeptierten wir ihren Wunsch.

 

Wir merkten auch, dass sich Obube veränderte. Das fröhliche Mädchen lachte nicht mehr soviel. Sie verstand sich überhaupt nicht mit Brigitte. Wir sprachen sie darauf an. Obube erklärte uns, dass ihr Brigitte das leben schwer mache. Nun brachte uns Daviga, die grosse Schwester Manjos, ein weiteres Mädchen. Sie heisst Marie Claire. Marie Claire verstand sich auf Anhieb sehr gut mit Brigitte. Für Obube wurde es noch schwerer. Nun beschlossen wir Brigitte schon vor dem August zu ihrem Mann zu schicken. Manjo nahm vermehrt Brigitte mit zum Markt. Wir wollten nicht mehr, dass Brigitte alleine mit den Kindern zuhause ist. Was wir nicht wussten, dass Marie Claire nachts zu Brigitte ins Zimmer ging um mit ihr zu Reden. Brigitte erklärte Claire, das sie bald weggehen wolle und es besser sei wenn alle Kinder auch weggehen.

 

Brigitte glaubte, wenn die Kinder weg seien, könne sie bleiben.

 

Am 4. Juli machte ich eine Fahrradtour nach Aneho, Manjo musste auf das Passamt. Nun war es günstig den Plan umzusetzen. Claire und Obube nahmen ihre Sachen und flüchteten durch die neu reparierte und noch nicht verschlossene Gartentüre des Gemüsegartens.

 

Als Manjo nach hause kam waren beide Kinder weg Delfin war diese Zeit in der Schule. Brigitte tat so als hätte sie nichts gemerkt, erklärte aber gleichzeitig, dass man ihr Geld gestohlen hat.

 

Wir fragten Daviga, ob die zwei Mädchen bei ihr seien. Sie sagte sie sei noch unterwegs aber bald zuhause.

 

Zuhause angekommen merkte Daviga, dass auch die grosse Schwester von Claire, die bei Daviga wohnte, veschwunden sei.

 

Wir informierten unserem Freund Lomou. Lomou kam sofort zu uns nach hause. Er ist Offizier bei der Gendarmerie. Wir meldeten das ganze auf der Gendarmerie in Baguida. Lomou half uns dabei. Nun wurde auf allen Radiosendern Togos das verschwinden der drei Mädchen gemeldet.

 

Am 5.Juli gegen 10 Uhr erhielten wir ein Anruf von einer uns unbekannten Nummer. Ein Mann fragte, ob wir Obube kennen.

 

Sie war beim leiblichen Vater von Claire. Claires Vater wohnt in Noépé, etwa 30 km Richtung Kpalime. Die Eltern sind getrennt. Deshalb wuchs Claire bei der Grossmutter in Kpalime auf.

 

Unverzüglich machten wir uns auf den Weg. Als wir den Kral des Vater gefunden hatten, bestätigte man uns, dass die Kinder hier seien. Sie waren mit der Manjokernte beschäftigt.

 

Als sie eintrafen wurden sie ausgefragt. Anfänglich erklärte Claire, dass sie von uns dauern geschlagen wurden und sie deshalb abgehauen seien. Obube dementierte aber. Langsam kam die ganze Wahrheit ans Licht.

 

Brigitte wusste die ganze Zeit nicht wo wir sind. Als wir zuhause eintrafen und Obube ausstieg erschrak sie. Wir forderten Brigitte auf ihren Mann anzurufen. Sie weigerte sich. Weil wir direkt nach dem verschwinden ihr Telefon kontrollierten hatten wir eine Nummer die sie häufig kontaktierte. Es war aber nicht Berna, aber diese Person wusste wo Berna zur Zeit arbeitet. Es war ganz bei uns in der Nähe. Wir holten ihn. Er ahnte bereits dass es Probleme mit Brigitte gab.

 

Als erstes sprach Obube. Sie erzählte alles. Nun erklärte auch Berna, dass er von Brigitte schon seit längerem nichts mehr wolle. Er wusste auch nichts davon, dass sie uns ende August verlassen wolle.

 

Nun erklärten wir Brigitte, dass es besser sei wenn sie geht. Es sei ja sowieso ihren Wunsch.

 

Sie bat uns noch bis im August zu bleiben. Darauf erklärte ich ihr, der Januar endete für dich erst im Mai, der August beginnt deshalb auch schon jetzt. Sie glaubte immer noch es nur Spass sei. Das wir es ernst meinten merkte sie erst, als das Taxi sie abholte.

 

Sie erhielt nebst ihrem Lohn noch weiter drei Monate bezahlt, zudem ein Sack Reis Teigwaren und andere Lebensmittel. Auch das Taxi wurde von uns bezahlt.

 

Zudem darf sie uns auch weiterhin besuchen, aber nicht mehr übernachten.

 

Sie ist damit noch mit einem blauen Auge davongekommen. Die Gendarmerie wollte sie gleich ins Gefängnis bringen. Dies wollten wir ihr ersparen.

 

Schon anderntags meldete sie sich mit Berna wiederum bei Germain. Er erklärte ihr aber, dass sie diesmal keine Chance mehr bekomme.

 

Wieso machte sie das? Sie wusste, dass es mit ihrem Mann nicht klappen wird. Zudem hatte sie Angst, dass Obube unsere neue „Brigitte“ werden könnte. Dies wollte sie um jeden Preis verhindern. Um dies zu verstehen muss man die Afrikaner sehr gut kennen. Die Afrikaner sind extrem eifersüchtig. Was ich nicht haben kann darf auch kein anderer haben. Obube ist ein starkes Mädchen. Sie wehrte sich auch gegen Brigitte. Wenn sie Probleme hatte mit Brigitte, kam sie zu uns. Wir fragten Obube auch woher sie die Telefonnummer habe. Denn diese Nummer geben wir nicht raus. Sie hat uns des öfteren Kredit gekauft und dabei hat sie die Nummer eingesteckt. Dies war ihr Glück.

 

Auch Claire merkte, dass sie einen Fehler gemacht hat. Sie wollte wieder zu uns nach Hause kommen. Wir liessen sie aber beim Vater zurück. Mittlerweile will auch ihre Mutter nichts mehr von ihr hören, eigentlich Schade.

 

Ich hoffe, dass nun wieder Ruhe einkehrt. Eigentlich wollten wir uns auch von Delfin trennen, denn Delfin war hier nicht mehr glücklich. Sie sagte uns aber, dass sie sehr grosse Angst hatte vor Brigitte. Die nächsten Wochen werden nun zur Probe für Delfin. Noch vor Schulbeginn im Oktober müssen wir uns entscheiden.

 

Schon am Sonntag meldete sich Brigitte mit Berna bei uns. Sie wollte die restlichen Sachen abholen. Sie kam und entschuldigte sich in aller Form. Sie bat uns sie auch wieder aufzunehmen. Ihre Sachen liess sie aber hier. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

 

Wir finden jeder Mensch hat eine zweite Chance verdient. Die Zweite Chance erhielt sie als wir sie wieder aufnahmen, als sie von Berna verprügelt wurde. Die Dritte Chance bekam sie anfang Mai dieses Jahres. Nun bleiben wir hart.

 

Voliere

Eines unserer "Probleme" hier in Togo, war der Überschuss an Papayen. Nun kauften wir 4 Grüne Turakus, auch Federhelmturaku genannt. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet ist südlich der Sahara.

Sie fressen nebst Früchten und Beeren auch junge Triebe, Insekten und verschiedene Samen. Die Samen werden aber unverdaut wieder ausgeschieden. Somit helfen sie  die Samen weit herum zu verteilen.

Fälschlicherweise werden sie auch Bananenfresser genannt. Sie nehmen in Gefangenschaft auch geschnittene Bananen zu sich. In der Natur wurde dies aber noch nie Beobachtet.

Eine Besonderheit des Vogels ist der Fussaufbau. In Ruhestellung sind 3 Zehen nach vorne und ein Zehe nach hinten gerichtet. Eier der Zehen ist ein sogenannter Wendezehe. Am Boden oder auf dicken Ästen wird der Wendezehe nach hinten gerichtet.

Beim Turaku kommen 2 Farben vor die man sonst im Tierreich bei keinem Tier mehr findet. es sind dies Turacin und Turaverdin. Das Rot-Kupferfarbige Turacin verleiht den Schwungfedern die Dunkelrote Tönung

Unsere 4 Katzen sind alle wohlauf

Nachwuchs 02.10.2017

 

Am 2.10.017 hat unsere Katze 4 Junge bekommen. Normalerweise würde ich dies in der Homepage kaum erwähnen, wenn nicht die Mutter in der Nacht vom Freitag dem 13. spurlos verschwunden wäre. Ich weiss, dass Afrikaner sehr Tierliebend sind. Insbesondere mögen sie Haustiere mit einer feinen Sauce oder vom Grill. Es müsste aber nicht unbedingt unsere Katze sein. Dies war mein erster Gedanke.

Am 17.10.17 erfuhren wir aber, dass unsere Katze  in   Nachbars Brunnen gefallen ist und somit nicht wie angenommen im Kochtopf landete. Nun versuchen wir, die erst 11 Tage alten Kätzchen mittels Schoppen aufzuziehen. Als Schoppen dient eine Spritze. Am Anfang waren nur 2 der 4 Kätzchen die den Schoppen schön zu sich nahmen. Mittlerweile trinken alle ihre Portion Milch.

 

Unruhen in Togo im Oktober 2017

 

Leider hat sich die politische Lage eher verschlechtert. Immer ab Mittwoch wird zwei Tage lang Demonstriert. Die Regierungstruppen versuchen zwar, teils mit Erfolg dies zu verhindern. Das Problem ist aber, dass viele randalierend und plündernd durch die Quartiere ziehen und Autoreifen in Brand stecken. Es werden mit brennenden Autoreifen ganze Strassen gesperrt. Am 20.10.17 waren sie von Akodessewa Richtung Baguida unterwegs. Keine 100m vor unserem Haus zogen sie vorbei. Auch hier verbrannten sie Autoreifen. Dies sind aber Mitläufer, die mit der Opposition nichts zu tun hat. Ihnen geht es lediglich um den Krawall. Es wurden Leute verprügelt, es soll Tote und Verletzte gegeben haben. Offiziell bestätigt wurde aber nichts. Unsere Maurer versorgten ihre Motorräder in unserer Garage, eine reine Vorsichtsmassnahme. Ein Schüler auf dem Heimweg flüchtete in unseren Garten. Damit sich seine Eltern keine Sorgen machen mussten, wurden sie von uns informiert. Während den Unruhen schliessen viele ihre Shops. Dies kann aber Existenzgefährdend sein. Viele Strassenhändler wie zum Beispiel die Eierverkäuferin oder der Brotverkäufer haben keine Reserven. Das Land wird immer ärmer. Togo ist mittlerweile eines der Ärmsten Länder der Welt.

 

Wir fühlen uns aber nach wie vor Sicher in Togo. Wir verzichten aber auf Ausflüge. Mittwochs und Donnerstag gehen wir auch nicht zum Strand. Ich war zwar am 21.10.17 mit dem Fahrrad in Akodessewa um Eisen für das Treppengeländer zu kaufen. Überall waren die Spuren des Krawalls noch sichtbar. Weil der Laden wegen der bevorstehenden Demo geschlossen war, telefonierten wir dem Besitzer. Er öffnete, um uns das Eisen zu verkaufen, danach schloss er den Laden wieder. Anschliessend ging ich noch nach Ablogame um Sämereien für den Garten zu kaufen. Auch der Doigt Verte (Grüne Daumen) war zu. Trotzdem erhielt ich die Samen. Es ist alles nur eine Frage der Organisation. Nun musste ich schnell nach Hause denn die Demos fangen meistens um 9 Uhr an.

 

Etwas für's Gemüht Oktober 2017

Manjo und ich waren am Strand als uns Germain Fifonsi zuhause Besuchte. Germain ist ein Botaniker. Weil wir nicht da waren besichtigte er unseren Ziergarten. Dabei fasste er auch die eine oder andere Pflanze an. Nun kam der 3 jährige Justin, der Sohn von Brigitte zu German und massregelte in. Er schimpfte "fasse die Blumen nicht an, die gehören Mami und Papi". Darauf erwiderte Germain, Was glaubest du wer ich bin. Ich bin ein sehr guter Freund von Mami und Papi. Der Kleine sagte darauf, "nimm sofort die Finger weg von den Pflanzen, sonst lasse ich die Hunde raus.

Während dem Tag sind die Hunde in einem Zwinger eingesperrt. Nachts werden sie als Wächter rausgelassen und können sich so im ganzen Garten frei bewegen. Die meisten Afrikaner fürchten sich extrem vor Hunden

Ernteerfolge in unserem Garten

 

Schon bevor wir Urlaub in der Schweiz machten konnten wir die ersten Passionsfrüchte Ernten. Als erstes machte Manjo Jus damit. Weil sie ihn aber mit Wasser verdünnte, konnte ich mich nicht dafür begeistern. So zu essen wie ich es mir aus der Schweiz gewohnt war ging aber auch nicht. Die Schale ist viel dicker. Nun halbieren wir die Passionsfrucht und Löffeln sie einfach aus. Schmeckt fantastisch. Passionsfrucht ist auch unter dem Namen Maracuya bekannt. Das Natürliche Verbreitungsgebiet ist Brasilien, Paraguay und der nördliche Teil von Argentinien. Wahrscheinlich wurde die Frucht, die eigentlich eine Beere ist, von zurückkehrenden Sklaven eingeführt und kultiviert. Die Beere hat neben Vitamin C, auch Vitamin B2, B3 und Vita-Carotin. Die Ranken der Kletterpflanze können eine länge von 10m erreichen, dabei stützen sie sich gegenseitig. Nach der Ernte lagern wir die Maracuyas noch ein paar Tage. Erst wenn sie langsam schrumpelig werden entfalten sie das volle Aroma.

Alle 3 bis 4 Tage sucht Delfin auf dem Hühnerhaus die Früchte. Ich habe aber keine Ahnung wie lange wir noch ernten können. Ich hoffe insgeheim, dass wir ab nun dauernd dies Obst geniessen können. Die 5 - 25cm langen Blätter kann man unter anderem auch zur Behandlung von Asthma einsetzen.

Bei unserem Papayabaum dachte ich auch, dass es irgendwann fertig sei mit der Ernte. Deshalb pflanzten wir noch drei andere Papayabäume. Es gab zwar eine kurze Zeit weniger Papayas, aber trägt er wieder Früchte wie wahnsinnig.

 

 

 

Auch im Garten können wir Erfolge melden. Eine Woche bevor wir in die Schweiz kamen assen wir unser erstes Kohlräbli. Nun haben wir sehr schönen Blumenkohl.

 

 

 

Unsere Stockenten

 

Jemand hat uns aus der Schweiz Enteneier gebracht. Wir liessen sie von Hühnern ausbrüten. Nachdem wir einen Weiher für die Enten bauten, ging es noch eine ganze Woche bis sie sich ins Wasser trauten. Jetzt schwimmen sie täglich.

 

 

 

Wieso heisst diese Seite Malimbe?

 

Ich war früher sehr viel auf Reisen und habe so schon fast 50 Staaten besucht. 11 Staaten davon liegen in Westafrika und 4 in Nordafrika. Ich war ein richtiger Zugvogel. Somit wäre eigentlich Hirondelle (Schwalbe) passender.

Seit 2014 bin ich nun sesshaft. Malimbes sind Webervögel. Es gibt in Westafrika 9 verschiedene Arten Malimbes . Vier davon sind in meiner  neuen Heimat zuhause.

  1. Rotkehlweber
  2. Haubenweber
  3. Schildweber 
  4. Kletterweber

Leider habe ich bis heute noch keinen der obengenannten Vögel gesehen. Sobald ich einen Malimbe fotografiert habe, werde ich das Foto einfügen.

Mit VW Bus in Afrika 1978 -1980 und 1987

Mit dem weissen VW Bus war ich in den Jahren 1978 bis  1980 in Westafrika unterwegs. Ich liess ihn zwischen Dezember 1978 und Januar 1979 in Togo stehen, um mit einen Peugeot 404 die Sahara erneut zu durchqueren. Nachdem ich den Peugeot verkauft hatte, setzte ich die Reise mit dem VW Bus fort. Im August 1979 liess ich den Bus wiederum in Togo stehen um 3 Monate in der Schweiz zu arbeiten. Mit einem Peugeot 504 durchquerte ich danach die Sahara ein 3. mal. Mit dem erlös vom Autoverkauf setzte ich die Reise mit dem weissen Bus fort, bis er in der Elfenbeinküste total den Geist aufgab. Das dazugehörende Foto ist unter Elfenbeinküste eingeordnet.

 Ich  durchquere ich die Sahara 7 mal.

Bei den Fotos ist jeweils ein Jahr angegeben. Bei den ca. Angaben kann es aber auch 1979 oder 1980 sein. Da es sich bei den Fotos um gescannte Dias handelt, kann es auch sein, dass sie vereinzelt seitenverkehrt sind.

Schweizer Rohstoffhändler fluten Afrika mit giftigem Treibstoff

Mit Genehmigung  von Public Eye veröffentliche ich hier ihren Bericht vom 15.September 2016

 

Der heute von Public Eye publizierte Report "Dirty Diesel" enthüllt, dass Schweizer Rohstoffkonzerne lasche afrikanische Standards gezielt ausnutzen um dort stark schwefelhaltige Treibstoffe zu verkaufen, die sie selber produzieren und liefern. Diese sind in Europa längst verboten. Damit tragen die Firmen massgeblich zur rasant steigenden Luftverschmutzung in Afrikas Städten bei und gefährden die Gesundheit von Millionen von Menschen. In einer an Trafigura adressierten Petition fordern Public Eye und seine Westafrikanischen Partner vom Genfer Rohstoffriesen weltweit nur noch Treibstoffe zu verkaufen, die den europäischen Standards entsprechen.

 

Die auf dreijähriger Recherchearbeit basierende Studie  " Dirty Diesel" bringt erstmal Licht in die zentrale Rolle, die Schweizer  Rohstoff-Firmen in Afrikas Treibstoffbranche spielen und zeigt das skandalöse Geschäftsmodell hinter einer Wertschöpfungskette, die sie als Produzenten, Lieferanten und teilweise auch als Tankstellenbetreiber vollständig kontrollieren. Besonders in Westafrika schlagen Vitol, Trafigura, oder auch Addax & Oryx schamlos profit aus schwachen staatlichen Regulierungen, wofür die urbane Bevölkerung dort mit ihrer Gesundheit zahlt. in acht Ländern ging Public Eye selbst zur Zapfsäule. mit schockierendem Ergebnis: Die analysierten Dieselproben weisen einen bis zu 378mal höheren Schwefelgehalt auf als bei uns erlaubt ist. Zudem enthalten sie toxische Substanzen wie Benzol und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe in Konzentrationen, die in Europa ebenfalls verboten sind.

Der 160 Seiten starke Report zeigt auch, dass die  Handelskonzerne dreckigen Diesel und schmutziges Benzin nicht nur nach Westafrika transportieren und teilweise an eigenen Tankstellen vertreiben, sondern beides auch selber herstellen. An Land oder auf hoher See mischen sie Raffinerieprodukte  und andere  Komponenten zu einem petrochemischen Cocktail, der in der Branche  "African Quality" genannt wird. Produziert werden diese giftigen Treibstoffe hauptsächlich in der sogenannten ARA-Zone  (Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen), wo die Schweizer Handelskonzerne über die dafür notwendige Infrastruktur  aus Raffinerien und Tanklagern verfügen. Viele Westafrikanische  Länder, die hochwertiges Rohöl nach Europa exportieren, erhalten von dort also im Gegenzug toxische  Treibstoffe zurück.

Herstellung und Verkauf dieser Produkte sind illegitim und verletzen das Recht der afrikanischen Bevölkerung auf Gesundheit. Gemäss einer kürzlich erschienenen UNO-Studie leiden die Menschen in den Urbanen Zentren dieses Kontinents unter der weltweit am Stärksten steigenden Luftverschmutzung. die renommierte US-Organisation ICCT (International Council on Clean Transportation) wiederum schätzt, dass es im Jahr 2030i n Afrika drei mal mehr durch verkehrsbedingte Feinstaubbelastung verursachte Todesfälle geben wird als in Europa, den USA und Japan zusammen. Atemwegserkrankungen sind heute schon ein grosses Problem und Dieselabgase können Lungenkrebs verursachen. Zur Entschärfung dieser Zeitbombe müssen die Regierungen der Betroffenen Länder gesetzlich striktere Standards verankern. Aber die Schweizer Rohstoff-Firmen müssen überall, wo sie tätig sind, die Menschenrechte respektieren- so wie es von den 2011 verabschiedeten UNO- Richtlinien für Wirtschaft und Menschenrechte eingefordert wird.

 

CEO Jeremy Weir schrieb im letztjährigen Nachhaltigkeitsbericht, dass Trafigura "anerkannter Branchenführer in Sachen Unternehmensverantwortung" werden soll. Dazu will er seine Geschäftspraktiken künftig an den erwähnten UNO- Richtlinien ausrichten. Um den Rohstoffriesen an seine guten Vorsätze  zu erinnern, Schickten ihm Public Eye und seine westafrikanischen Partnerorganisationen Ende September einen mit Giftluft aus der Ghanaischen Hauptstadt Accra gefüllten Container zurück nach Genf. mit dieser symbolischen "Return to Sender"-Kampagne laden die NGOs Trafigura dazu ein, den Worten auch Taten folgen zulassen und künftig weltweit nur noch Treibstoffe zu verarbeiten, die den europäischen Standards entsprechen.

 

Für noch mehr Informationen weise ich auf die Homepge von https://www. publiceye.ch  hin.